Dienstag, 1. Juli 2014

Lieben und geliebt werden und die Kunst sich selbst zu lieben...



Kennen Sie das auch, verehrte Leserin und verehrter Leser, dass der Blick in den Spiegel  manchmal alles andere offenbart als „..wer ist der Schönste oder die Schönste im ganzen Land?“ Naja, schließlich ist es ein bekanntes Zitat aus einem bekannten Märchen, aber was glauben Sie was passiert wäre wenn Schneewittchen und die böse Zauberin schon „Hennes und Mauritz“ – Schaufensterpuppen mit Wespentaillen wo andere Speckgürtel oder Schwartenmagen haben gekannt hätten? …Ganz zu schweigen von der modernen Medizin für solvente Privilegierte weit jenseits eines Daseins als Kassenpatient, die sich diese Wohlstandsmakel einfach wegschneiden lassen könnten. Aber davon unbenommen gibt es ja noch viele andere Dinge, die dem selbstkritischen Auge im Spiegel nicht verborgen bleiben:- zu wenig obenrum, dafür zu viel unten und hintenrum, zu viel Schlupf an den Lidern, zu wenig Spritz in den Lippen… jaja, es ist schon erstaunlich, wie man heute Mutter Natur und ihrer „Artenvielfalt“ mit dem Skalpell unter die Arme greifen kann.
Also in unserer Spezies ist es ausgesprochen unbeliebt sich „unter´s  Messer“ zu legen, aber bei unserem globalen Mitbewerber, dem Homo Sapiens, offenbar immer beleibter…pardon… beliebter. Sogar Ferkel lassen sich schon von ehemaligen XXL –Kids mit Burger- und Cola-Sucht zu Designer-Teenagern beschnippeln, die mittellosen versuchen es oftmals zunächst mit Hungern, bis die Bulimie kommt, aber nicht selten liegen schon bei 16 Jährigen Geldscheine nebst elterlicher Einwilligung für künstliche Zitzen oder Gutscheine für Rüsselkorrekturen oder zumindest ein Bleaching für die Kauleiste unterm Weihnachtsbaum.
Das seien wenige Extreme sagen Sie? ……na, ich finde es werden immer mehr. Aber warum eigentlich? Ich kann mich gut daran erinnern, dass meine Große grundsätzlich ihren Barbie-Puppen, deren Kauf ich nur unter stetem Tränenfluss ihrerseits endlich zustimmte,  schon recht bald deren blonden Mähnen zugunsten eines seeehr sportlichen Kurzhaarschnittes  mit Mamas Nagelschere den Garaus machte. Sie sah schon damals die Diskrepanz zwischen ihrem eher dünnerem und weniger superblondem Haar und dem der Barbies und wollte sich diesem Dilemma der offensichtlichen Unvergleichlichkeit nicht ausgesetzt wissen.  Schon in ihrem Kindergarten war mehr als offensichtlich, wer so aussieht wie eine Barbie hat mehr Chancen und das gilt es zu erreichen! Also haben diese kleinen blonden Plastikbiester von wohl mit dazu beigetragen, dass sich mittlerweile schon fast zwei Generationen Frauen an ihnen orientieren, sei es beim Atombusen über Traumtaille und endlos langen Keulen, die sich an einem knackigen Schinken harmonisch vereinen. SOOOO hat man auszusehen, wenn einem die (Männer-/Eber-)Welt zu Füssen liegen soll und man als Karrieresau oder IT-Girl seinen rosafarbenen Lebensweg sorglos plant…wer will das nicht? Wer möchte als Frau/Sau nicht auch von einem hübschen „Ken“ begehrt und begattet werden, der einem das „Barbie“-Traumhaus und den violetten PS- Flitzer genauso wie seinen Sixpack in der Schwarte selbstlos präsentiert?  Tja, früher oder später fügt man sich dann ´drein, auch wenn die typisch Münchner Verkehrsmeldung „dicker Stau am Mittleren Ring“ dann eher auf die Taille des Gatten zutrifft, was aber dennoch durchaus in Harmonie zu seinem schütteren Haupthaar und seiner Fielmann-Brille steht…Von den Kens dieser Welt träumt man dann nur noch, wenn man mit den Sauna-Schwestern wohlig gewärmt Donnerstag abends sich zu Wellness trifft und die bunten Hochglanzmagazine zwischen 2 Schwitzgängen durchblättert, die immer noch eine virtuelle Domäne der Barbies und Kens aus Mode oder Hollywood sind….
Uns Ebern geht es ja nicht anders…Nicht selten bekommt man im Laufe einer jahrzehntelangen Ehe für das gleiche Geld die doppelte Menge Frau /Sau …aber kommt es darauf denn wirklich an? Müssen wir alle uns denn von dem Diktat der Medien und den vermeintlichen Schönheitsidealen rückhaltlos versklaven lassen? Natürlich nicht, aber dazu gehört meines Erachtens und meiner Lebenserfahrung nach, dass man lernen muss Lieben zu können. Das ist leider nicht selbstverständlich, denn ein Partner oder eine Partnerin ist keine Haarspraydose die man wegwirft, wenn die Sprühstärke nachlässt um sich beim Jahrmarkt der Eitelkeiten eine neue zu holen. Wer liebt, sieht mit anderen Augen, sagt man.
Partnerbörsen und Single-Portals haben mittlerweile ein Angebot, das jeden Supermarkt meiner Ferkeljahre vor Neid erblassen lassen würde. Da ist doch für jeden /jede etwas dabei. Schön anonym zunächst, mit Rückgaberecht und Garantieleistungen, außerdem kann man jederzeit ein „Produkt“ aus dem Regal vor Erreichen der Kassen wieder straflos aus dem Warenkorb entsorgen und zurückstellen. So macht Shoppen doch Spaß, oder? Ich denke der Schlüssel liegt darin, dass viele gar nicht wissen, was sie wollen oder was sie sind oder sich ein „Bild ihrer selbst“ bauen, dass selten von Objektivität geprägt ist. Ich sehe außerdem den Weg von der Designernase zum Designerbaby nicht in allzu weiter Ferne. Schon heute wird ja der Idealeber bei den Samenbanken für künstliche Befruchtung bevorzugt. Prächtig in der Schwarte akademisch gebildet, hervorragende, genetische Eigenschaften, natürlich stubenrein aus Nichtraucherhaushalt und möglichst traumschifftauglich in der Erscheinung. Ja, so etwas findet man sich in einschlägigen Katalogen für Duplizierungen nach Maß.

Wohlgemerkt, ich verschließe mich nicht den Korrekturen, wo sie angemessen sind. Ich erinnere mich gut an diverse Mitschüler, denen eine rechtzeitige Korrektur der Segelohren schon damals ein Schicksal als „Aufsteiger bei starkem Rückenwind“ erspart hat, aber  Schönheitswahn und Jugendwahn über alles? Nicht mit mir. Unsere Gesellschaft altert im Durchschnitt. Schon jetzt werden die meisten Ställe barrierefrei umgebaut, aber das heißt ja nicht, dass wir nur noch von rentnerbeigen Geschwadern, die gerne zur Ferienzeit aus Reisebussen in touristisch attraktive Fußgängerzonen ausgeschwemmt werden, umgeben sein werden. Die Oma von heute trägt Mini und fährt Mini! Graue Schläfen und wohlbestallte, berufliche Erfolgsstories bei gleichzeitiger sonnengebräunter  Tennislehrererscheinung sind nicht mehr nur Attribute, auf die junge und gutaussehende Frauen mittlerer Bildungsabschlüsse stehen, die sich davon ein ebenso wohlbestalltes Leben als Statussymbol erhoffen. Nein, wir alle werden älter und werden von unser Gleichen umgeben. Wir sind sportlich, leben und essen körperbewusst, beherrschen Ayurveda und Spielen Golf auf Mallorca…..
Meine Mutter schaut auf fast 9 Jahrzehnte prallvolles leben zurück. Sie hat geliebt, gelebt und auch gelitten, war von Tod und Krieg umgeben und das Wirtschaftswunder mit getragen. Sie hat uns, Ihrer Familie und ihrem Stall, immer nur Liebe, Zuwendung, Verständnis und Lebensklugheit (mit-) gegeben. Dafür hat sie weder eine neue Nase noch Silikon gebraucht, um für uns schön zu sein...Ihr EvP

Donnerstag, 12. Juni 2014

Veronika, der Lenz ist da...


…sangen vor fast schon einem Menschenleben die „Comedian Porcunists“ in den damals umtriebigen, Goldenen Zwanzigern in Berlin als Ode an das Lebens-, Lust-, und Liebesgefühl des Frühjahrs, dass nicht nur die Knospen und den Spargel wachsen lässt…..
Geneigter Leser, geneigte Leserin, kennen Sie das auch, dieses Gefühl, dass man gerade jetzt Dinge tun sollte, die man eigentlich nicht geplant hat, die so gar nicht in unsere prallen Terminkalender passen oder die man besser lieber lassen sollte, weil sie vielleicht anrüchig oder gar scheinbar verboten oder gar „unmoralisch“  sind ? Ertappt!- ich sehe quasi Ihre Mundwinkel nach oben zum verschmitzten Grinsen wandern und wenn Sie ein Mensch oder eine Menschin mit Lebenserfahrung und positiver Einstellung gegenüber sich selbst sind, dann haben Sie bestimmt Ihre Augenpartie jetzt um ein weiteres, wunderbares Lachfältchen verschönert …Sie kennen es also auch!
Eben „Frühlingsgefühle“,  auch wenn man selbst vielleicht schon über den Spätsommer des Lebenszenits hinaus ist und brav das Herbstlaub partnerschaftlicher Zugehörigkeit vor dem abbezahlten Stall fegt und nur noch ab und zu ein wohliger Schauer der Erinnerung über die Borsten weht, wenn man an die wilden Studentenjahre in Rüsselsheim oder den Abschlussball der Schlagenden Verschweinigung zusammen mit der prachtvoll rosa Weiblichkeit des Tübinger Landsauenbundes denk…doch dafür ist man wohl nie zu etabliert und nie zu alt. Die Farben erscheinen anders, das Licht wird warm und schmeichelnd und selbst die übergewichtige Single- Sekretärin zwängt sich in schwindelerregend hohe Pumps und denkt ernsthaft darüber nach, den nach sooo vielen Enttäuschungen bereits zweimal schon gekündigten Online-Vertrag mit der  Partnervermittlungsagentur „ Kein Schwein  allein“ oder „Elite-Eber“ dennoch wieder zu erneuern.
„Alles neu macht der Mai“, doch so lange muss man heutzutage dank fortschreitendem Klimawandel gar nicht mehr warten um unter den Linden zu lustwandeln oder in lauschigen (Sch-)Weinbergen das erste Viertel Rebensaft outdoor zu rüsseln…Herrlich! Jetzt ist es an der Zeit wintergraue oder rentnerbeige Klamotten gegen fröhliche Farben zu tauschen, die angegrauten oder verbliebenen Borsten mit Styling-Gel zu verstärken und endlich auch einmal der stets missmutig schauenden Nachbarin einen panzerbrechenden Draufgängerblick zuzuwerfen, bevor man die Augen wieder unter der Ray-Pig-Sonnenbrille verbirgt, auf die man selbst zu mitternächtlicher Stunde auf dem Nachhauseweg von den Straßencafés der Fußgängerzonen nicht verzichten möchte.
Also, jetzt oder nie….das Jahr hat diese wunderschöne Jahreszeit der Erneuerung  nicht dafür geschaffen, sie in Amtsstuben oder vor der Glotze im Stall zu verbringen. Sollten Sie allein sein, so wäre es jetzt vielleicht an der Zeit es zu ändern. Tauschen Sie doch die Autofahrerhose mit verstellbarem Bund für untersetzte Größen von C&A gegen die Designerjeans  von Emporio Schweinani oder das dunkelblaue Etuikleid mit Aktenstaub an der Gesäßpartie gegen ein fetziges Outfit aus der Boutique an der Ecke, an der Sie sonst so verschämt mit ihren flachen Ballerinas vorbeihuschen während die langmähnige, solariumgebräunte Verkäuferin drinnen ihre Silikonzitzen werbewirksam in ein Tanktop gezwängt hat……
Trauen Sie sich! Man hat nur ein Leben und sollte es genießen, egal ob es – wie bei uns leider zu oft – auf der Schlachtbank endet, oder unter einer behämmerten Granitplatte auf dem Heidefriedhof…Ich zähle auf Sie wenn wir zusammen demnächst beim „Eisdealer“ anstehend werden…Ihr EvP

Dienstag, 17. Dezember 2013

Für brave Politiker unterm Weihnachtsbaum….ein Kabinett ! , ein Kabinett !….



Hochverehrte Leserschaft, man sagt, jeder bekommt letztendlich, was er oder sie verdient. So ungefähr äußert man sich ja bereits im Alten Testament und das gibt uns Schweinen auch die Hoffnung, dass es vielleicht auch für uns Schweine irgendwann einmal eine besseres Leben geben wird, aber solche traurigen Themen wie Viehtransporte, Massenschlachtungen, Hühner-KZs usw. sollen doch nicht die Beschaulichkeit und Besinnlichkeit sowie die kommerzielle Kaufkraft des bevorstehenden Weihnachtsfestes trüben.Wir, als eigentlich unser Land, bekommen nun pünktlich zu Weihnachten ein neues Kabinett untern Weihnachtsbaum gelegt. „GroKo“- Kabinett statt Kroko-Handtasche ist mir sowieso lieber, aber wir wollen doch einmal genau schauen, ob man uns nicht nur alte Gülle in neuen Röhren in den Stall gelegt hat. So richtig neu ist ja von den Damen und Herren aus CDU, SPD und CSU ja  niemand, eher von „gut gebraucht“ bis „Liebhaber-und Sammler- Oldtimer“, schließlich ist praktisch niemand unter Fünfzig dabei, was ja eigentlich auch okay ist, wenn man auf unsere alternde Population schaut. Da ist es ja nur recht (und billig?!) wenn man nicht mehr diese heranwachsenden Eber der Spaß-Partei FDP in Ämtern, Würden und Ställen finden muss.
So ein Pöstchen-Geschachere war ja von Anfang an zu erwarten, geht es doch selten um das Land, aber immer öfter um die eigene Positionierung, Wichtigkeit und dann später Versorgung. Da bemüht man denn gerne einmal eine Mitgliederbefragung mit imperativen Drohgebärden gegenüber Abweichlern um sich selbst zu legitimieren. Cleverer Schachzug von Herrn Gabriel, dessen erzengelhafter Name seinen Karrierewillen nur wenig zu beschönigen vermag. Zusammen mit dem neuen Kanzleramtsminister Altmaier das jeweilige Schwergewicht der beiden Koalitionspartner. Da muss sich Mutter Merkel aber ganz sehr anstrengen, wenn sie den Erzengel mit ihrem Würgegriff der lieblosen Koaltions-Ehepartnerin  auf Zeit von weiteren Ambitionen einer Kanzlerschaft in spätestens 4 Jahren abhalten will. Also, die Sau,….pardon, Frau…. von der Leyen als Verteidigungsministerin einzusetzen, finde ich schweinegeil. Geht es schief -  wie bei den meisten ihrer Vorgänger im Amt -  braucht sie keinen Würgegriff mehr von der Kanzlerin und geht es gut kann sie sich als „Prima-inter- Ferkel“  im Stall von Mutter Merkel etablieren…clever….( von der Kanzlerin!)…Aber wir wollen ihr nur das Beste wünschen, schließlich hat sie uns Schweine allein schon dadurch beeindruckt, dass sie eine erkleckliche Anzahl von eigenen Ferkeln im Stall geworfen hat und bei der Anzahl durchaus mit einer Prämierung des niedersächsischen Landsauenbundes hätte rechnen können. Beeindruckend!
Jetzt ist sie „Mutter der Kompanie“, wie manche Medien spötteln,  auch wenn sie  – wie der Preußenkönig  Eberich der Große sagen würde „ ..nich jedient, wegjetreten!“ – hat, aber dem Volk dienen und nicht den eigenen Karriereinteressen ist ja eh eine wesensfremde Tugend des PolitikerInnen-Herzens...Überhaupt, verehrte Leser, warum sollen denn – bitteschön! – Ministerinnen und Minister von Fachahnung ihres Ressorts beleckt sein? Ist das denn nötig? In der modernen Demokratie braucht es – wie es heißt – Generalisten und keine Fach- Stalliditioten. Wie sollten denn sonst noch mächtige Lobbys ihren Weg in parlamentarische Entscheidungsprozesse finden, wenn der Mann oder die Frau an der Hausspitze fachkompetent auf Augenhöhe erkennen würde welche Geldmengen ihre Entscheidungen für die nächsten Jahre vom Steuerzahler  fordern werden……Also so bitte nicht!Spezialisten und Fachleute in politischen Ämtern brauchen ja nur Krisenstaaten und Euro-Hungerleider, damit sie nicht noch mehr von unserem Ersparten verschwenden und teure Rettungsschirme über ihren Ställen brauchen. Wir leisten uns eben eine politische Führung, die nicht Meister ihres Faches, sondern in erster Linie Meister des Machterhalts und der Darstellung sind. Auch gut, Hauptsache man verfügt über ein Heer von fast Vierzig Stallsekretärinnen und Staatssekretären, die man  - wenn´s schief geht! - feuern oder sich hinter ihnen verstecken kann,  oder   - besser noch - mit als Ehemann in den wohlbestallten Vorruhestand nehmen kann wie die kindliche Ex-Ministerin Schröder……
Tja, liebe Leserin und lieber Leser, Sie werden vielleicht fragen warum ich das alles schreibe und Sie damit bei der vorweihnachtlichen Geschäftigkeit in prallvollen Fußgängerzonen,  Shopping-Centern und Einstimmung auf gemütliche Stunden im weihnachtlich geschmückten Stall belästige. Ich will keineswegs nur „meckern“ und missfällig grunzen, schließlich haben wir es ja doch geschafft in „nur“ 3 Monaten ein neues Kabinett – größer, schöner, teurer und leistungsfähiger denn je – unter den Weihnachtsbaum gelegt zu bekommen. Das ist doch bereits nach dem ganzen Hick-Hack zuvor ein Erfolg an sich, den wir doch nicht kleinreden sollen oder durch unnötige Fragen nach Kompetenz und Kosten kleinmütig schmälern wollen…….oder? Da freuen wir uns doch lieber auf schöne ruhige Festtage im Stall. Das werden die Familie von Frau von der Verteidigung und wir von Porcus vermutlich  gemeinsam haben…mit ganz vielen Ferkeln feiern, auch wenn wir keine Nanny, keine Au-Pair-Ferkel, keine Hausangestellten, keine Gärtner, keinen Musiklehrer und so weiter haben...Ihnen eine schöne Große Koalition wünscht hochachtungsvoll...Ihr EvP

Samstag, 30. November 2013

Koalitionen, Konfrontationen und Kollaborationen...


Wissen Sie, verehrte Leserin und verehrter Leser,  eigentlich noch, was Sie bei der Bundestagswahl 2013 gewählt haben? Ich meine nicht, dass es irgendeine Rolle spielen würde, aber es könnte ja sein, dass Sie noch zu denjenigen gehören, die glauben, dass mit  (s)einem Wahlkreuz  in einem Behälter, der eigentlich zur Aufnahme von Asche von Verstorbenen gedacht ist – so jedenfalls heißt er ja zumindest! – in diesem Land etwas zu ändern wäre oder man gar entscheiden könnte, ob man  eben rechts oder links herum in die Zukunft gehen sollte. Dennoch wollen wir alle in unseren gemütlichen Wohnzimmern und Ställen doch nun endlich einmal wissen, wie und mit wem es in den nächsten Jahren für unseren Staat weitergehen wird. 
Als Kind der Mengenlehre haben wir gelernt, alles in einfachen Farben und Formen zu verstehen. Wen interessieren schon Wahlprogramme, wenn es jetzt heißt, dass man entweder ROT-GRÜN-ROT oder SCHWARZ-ROT oder SCHWARZ-GRÜN oder  andere Möglichkeiten  im Farbspektrum plant. Nur die Farbe GELB hat sich nicht mehr durchgesetzt, also ist auch keine „Ampel“ mehr möglich und kein „Jamaica“, aber auch bei der Ampel ist ja das „Gelb“ schon immer das ungeliebte Kind zwischen zweier Partner gewesen und war auch schon immer nur für maximal Sekundenintervalle von wirklicher Bedeutung. Niemand  fühlt sich wohl  bei Gelb noch schnell durchzufahren, zu groß ist das Risiko dafür dann geblitzt zu werden, wenn clevere Stadtkämmerer  dafür sorgen, dass nach dem Grün der freien Fahrt das Gelb nur sehr kurz „gemacht“ ist, um dann den  Autofahrer mit saftigen Bußgeldern und Punkten zu „erziehen“ wenn er gar plötzlich Rot sieht… Ja, ja, wie immer ist es eine Frage des Geldes.
Also: - GELB ist megaout und in der Parteizentrale in Berlin der abgeliebten  „Spaß-Partei“ wird  sicher schon längst die Pöstchenschacherei um wohlversorgte Folgeexistenzen der Prota- und Antagonisten betrieben. Aber wie geht es denn nun weiter? Der mündige Wähler ob im bayrischen Schweinfurt oder in Rüsselsheim und in Eberswalde will doch nun endlich Klarheit darüber, wohin die Reise gehen soll. Jetzt laufen ja erst einmal die Verhandlungen zur Großen Koalition. Dazu mistet jeder seinen Stall aus und bringt höchste Forderungen ein, damit man zumindest mit kleinen Erfolgen hinterher die erboste Basis befriedigen kann. Also ich denke mal, so eine Große Koalition hat eigentlich kaum einer ( von der Basis!) gewollt, wissen wir doch alle längst, dass es nicht um das Wohl des Landes oder seiner Bewohner geht, sondern ausschließlich  darum, wer jetzt was bekommt, wer gehen muss oder bleiben darf und welche Zugeständnisse  und – vor allem ! – welche Posten und Ämter neu verteilt werden müssen. Da ist sie wieder, die Eitelkeit, die die meisten unserer Polit-Promis beseelt, nämlich dass ein Land ohne sie und ihre Ämterausübung  schlichtweg dem Untergang geweiht sei.
Wissen Sie, ich glaube tief im Inneren sind die meisten PolitikerInnen gleich gestrickt. Sie wissen sehr wohl um das Machbare und das Illusorische und liefern sich Scheingefechte um vermeintliche Wählergunst und Wahlversprechen, vielleicht auch Utopien. Sicher gibt es Ausnahmefälle, die zumindest am Anfang noch sehr beseelt von Idealismus in Ämter streben, aber der Machtmaschinerie und deren Verlockung erliegen sie früher oder später alle einmal. Bei uns Schweinen ist das ja nicht anders:- da will der bayrische Prachteber seine Vignetten für ausländische Benutzer der staatseigenen Güllepumpen durchsetzen und wieder andere fordern ein Mindestentgelt beim stundenweisen Suhlen in der Schlammgrube oder mehr Fita-Plätze für die Ferkel und, und und…..Naja, und die Rente mit 67 ist bei uns „Nutztieren“ ja eh´ kein Thema. Das Ableben einer zunehmend alternden Gesellschaft  gesetzlich regeln zu wollen ginge ja nur bei uns Schweinen über die Schlachthöfe und EU- Fleischquoten, für die Gesellschaft unseres menschlichen Mitbewerbers überlassen wir die Demographie dann doch lieber dem Homo sapiens sapiens und seiner sprichwörtlichen Kreativität, der ja – so sagt der lateinische Name – wesentlich intelligenter sei. ( …als zum Beispiel wir Schweine, sagt man)
Also warten wir jetzt alle auf den Weihnachtsmann und was uns Angela Ferkel, pardon: Merkel, mit einem neuen Kabinett unter den politischen Weihnachtsbaum im Stall legen wird.  Also, ich freue mich schon auf kommende Koalitionen, auch auf Konfrontationen und dann bestimmt auch auf Kollaborationen in unserer Regierung. Die Zeiten, in denen man die Wähler lapidar und eher abwertend  als „Wahlvolk“, bei dem man auf Stimmenfang ging, bezeichnete,  sind vorbei. Ich bin gespannt, wie man es uns hinterher „verkaufen“ wird, warum derjenige oder diejenige welchen Posten auch immer bekommen muss, natürlich zum Wohle unseres Landes...
Man sagt unter den Menschen gerne, dass man „Schwein sein“ muss, um in ihrer Gesellschaft Karriere zu machen, mag schon sein, aber weil ich Schwein bin, nehme ich von allen angebotenen Farbkombinationen am liebsten ROSAROT, denn in diesem zarten, wunderbaren Farbton leuchtet die Schwarte meiner holden und geliebten Sau am schönsten wenn wir abends  gemütlich vor der Glotze Huf in Huf sitzen und uns das menschliche Polittheater in Berlin bei einem Glas Chateau-Neuf-Du-Pig  ansehen.. Ihr / Euer EvP

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer mach Karriere in unserem Land...





Haben Sie sich das, verehrte Leserin und geneigter Leser nicht auch schon einmal gefragt, wenn Sie abends im Stall gemütlich vor der Glotze in selbige schauen und unsere Eliten medial auf Galas, bei Shows  - mit oder ohne Talk-Kompetenz - , bei Dieter Bohlen oder anderen rührend blöden Unterhaltungsebern oder gar bei Sommerinterviews und TV- Duellen oder bei dem stets braven Schwiegersohn-Typ Günther Jauche vorbeiflimmern sehen….? Als ich weiland vor nun mehr als 3 Jahrzehnten vor der Frage stand, wohin mich denn mein Trampelpfad des Lebens aus der behüteten elterlichen Kuhle hinaus in die Welt  - alleingestellt auf meine Hufe - führen würde, war ich voller Ideale und vermutlich sehr naiv.  Ich glaubte tatsächlich, dass Erfolg mit Leistung, Können, Fleiß und Ehrlichkeit zu erringen sei, wollte meine Cornflakes im „Schweiße meines Angesichts“ rüsseln und mich innerlich und äußerlich bemühen, ein verlässliches und leistungswilliges Mitglied der Wohlstandsgesellschaft zu werden, das treu dem Motto den Staat lieber zu fragen was man für ihn tun könne, statt umgekehrt -  also lieber als Bedienung im Biergarten statt mit BAföG am Baggersee -  meine Stellung in der Gesellschaft zu erringen. Wohlgemerkt, einen Urwaldstall wie „Lambarene“ von Albert Schweinzer sah mein durchaus den Genüssen des Lebens zugetanes Ego von vorn herein nicht vor, fand ich es schon karitativ genug, dass ich dem örtlichen Tennisclub die über den Zaun gespielten Tennisbälle freundlich winkend und unentgeltlich zurückwarf statt sie unserem stets dankbaren Nachbarshund zum Zerbeißen zuzustecken, aber irgendwie beseelte mich schon der Gedanke, dass man die in die Wiege im Stall mitgegebenen Tugenden gewinnbringend für sich, aber auch andere einsetzen sollte. Damals beim Tennisclub sah ich sie dann zum ersten Mal, ohne mir jedoch darüber weiter Gedanken zu machen. Eine mir bis dato neue Spezies Homo sapiens, die von großen blonden Müttern in teuren Cabrios transportiert und mit sicherem Designergespür von selbigen gekleidet,  zum Nobel-Tennisclub für Trainerstunden an sonnigen Samstagnachmittagen chauffiert wurden, während wir anderen im Freibad für 40 Pfennig Eintritt plantschten… Es sind  / waren.:-. die „Rich Kids“! …

Tja, vielleicht ist Ihnen diese Bezeichnung bisher noch nicht im Kopfkino präsent, aber parallel zum wachsenden Wohlstand derjenigen, die sowieso bereits im üppigen Wohlstand leben, nimmt auch diese Spezies ihren Platz zunehmend in der Gesellschaft ein, wohl abgegrenzt von bildungsfernen und transferleistungsgebundenen Realitäten der so genannten sozialen Brennpunkte dieses Lebens. Schon damals war Tennis in kurzen, weißen Miniröckchenüber seychellen-gebräunten Keulen eine Domäne der „Besseren Schweine“. Die bedauernswerten Leistungs-Mast Ferkel Boris Becker und Steffi Graf beide ja auch Abkömmlinge der Elite des gehobenen Mittelstands. Die Ferkel der „ Besserverdiener “ tummelten sich schon damals in Monte Carlo, Marbella  oder auf Ibiza, ihre Schwarten in der Sonne röstend mit elterlichem Geld, während andere Zeitgenossen in den Ferien jobbten  oder mit den kleinen Geschwistern für deren Schulerfolg lernten. Heute ist der Karriereaufbau – wie fast alles – wesentlich systematischer und zielgerichteter und schon früher organisiert als es mir damals vor kam. 

Natürlich kann heute ein wohlhabender Notar oder ein Immobilienmakler für Nobelställe seine Kinder ja nicht in (Gesamt-)Schulen mit Abkömmlingen der Plebejer zusammen stecken. Wo soll denn da  - bitte schön! -  das durch die Eltern hart erarbeitete Elitebewusstsein reifen, wenn man Schulbrot und Mathezensuren mit den Ferkeln von Hartz IV Familien teilen muss oder sich nachmittags zum „Abhängen“ mit Mustafa oder Aygül trifft? Nein, das kann natürlich nicht der sorgsam vorgeplante Weg von Tommy Hilficker oder Laura Ärschley von Tennisclub über Golf-Grün zu Bachelor, Harvard und in den Konzernvorstand von Daimler-Benz ( oder zumindest  - wenn attraktiv und weiblich! - in dessen Bett und Villa als Haus (s)frau und Mutter) sein, oder zumindest in die Sukzessionskette der elterlichen Kanzlei, falls die Durchschnittlichkeit familiärer Gene sich trotz finanzieller Zuwendungen für die besuchten Privatschulen und Internate mehr dominant denn rezessiv erweisen sollte…Im Gegensatz zu mir und meinen Kumpels aus der spätpubertären Jungeberzeit hatten diese Kids ja nie eine „echte“ Wahl vielleicht auch Aussteiger, Rockmusiker oder sendungsbewusster Schul-Pädagoge auf den Spuren von John Lennon, Easy Rider oder unserem abgefahrenen, 68er Mathelehrer Doktor L. zu werden. Das war nie der Plan, den man schon früh in die von Poppermähnen umrahmten Köpfe auf Motorrollern und in Käfer-Cabrios mit Krokodilhemden pflanzte. Jura oder Medizin waren ein universitäres Muss, wenn´s nicht anders ging und um den Numerus Clausus zu umgehen,  gerne mit einigen Semestern vorweg in Florida oder Bologna,  aber spätestens mit dem dort fraglich erworbenen Vordiplom war man wieder willkommen an deutschen Unis, der väterlicher Burschenschaft, als Rotarischer Freund und  - natürlich auch wieder – im Blankeschnauzer Golf-Club, wo bereits die Mama-Sau Jahre zuvor den knackigen Golflehrer aus Brasilien um Assistenz bei unterversorgten Muskelgruppen bat.

Oha, mögen Sie vielleicht sagen, spricht etwa hier ein salon-kommunistischer Neid-Eber, der die bürgerliche Mittelmäßigkeit der Herkunft zum selbstbezichtigenden Ego-Trip stilisiert?  Weit gefehlt, Charakter hat nur selten etwas mit der Herkunft zu tun, Gott sei Dank lässt er sich noch nicht in privaten Aufspritz-und Silikonkliniken klonen. Aber es ist schon bemerkenswert, welche Diskrepanzen der Lebenschancen bei der scheinbaren Gleichheit aller in unserem immer wieder als so chancengleich propagierten Rechtsstaat zu beobachten sind. Ist man weder betucht oder dynastisch geboren, noch von einer Überdosis Talent oder Intelligenz geküsst und ist man auch äußerlich eher unscheinbar, so dass man bei der Tanzstunde immer als Letzter auf ein Auffordern warten musste,  ja dann hat man aber dennoch eine echte rechts- mitte- oder links-Überholer-Chance…nämlich die Möglichkeit einer politischen Karriere!

Tatsache ! - Da ist alles möglich, auch ohne Princeton oder Internat, ohne Charisma oder Charakter. Hauptsache nur, man fängt früh an sich zu organisieren, im katholisch-konservativen Landsauenbund, den JuSaus oder Jungen Wilden der GülleUnion zum Beispiel. Also  heißt es Zettelchen verteilen, unter Parteischirmchen die Bürgerinnen und Bürger vor Wahlen in Fußgängerzonen belästigen oder ihnen Lollies anbieten , sich schon früh bei abgeordneten Ebern und Säuen ins rechte Licht der Ferkelwärmelampe zu rücken, um dann später selbst ´mal – zunächst! – auf Wahlplakaten in biederen Kleinstädten für Stadtrat oder Fraktion zur Wahl zu stehen. Dann braucht man kein Volljurist mehr für die elterliche Sozietät zu sein, da reicht „in dubio Prosecco“ beim nächsten Stehempfang des Unternehmerbundes oder beim Sommerfest der Landesärztekammer, um auch so erstgenannter Gast und willkommener Grußwortausbringer zu werden...

„Rich Kids“ scheint also ein Erfolgsmodell zu sein genauso wie Berufspolitiker, Theodor zu Guttenstall hätte – fast! – beides unter einen Hut zu bringen geschafft. Schade nur, dass man gerade diese „Berufsbilder“ bei Meinungsumfragen in der Bevölkerung seltsamerweise immer auf den hinteren Rängen antreffen wird. Trotz ständig erhöhter Diäten werden manche Polit-Promis immer dicker, sonst eher karrierefeindliche Lebensformen wie Homo-Ehe oder Patchwork-WG, Ehrenwortmissbrauch, Subventionsschwindel, Lobbyismus und Pöstchenschacherei oder einfach nur Milliardenbeträge von Steuerzahlern für Prestigeobjekte in den Sand zu setzen, scheinen trotz aller Skandale diesem Karrierebild nichts anhaben zu können. Das hat es mit dem Herpes-Virus gemeinsam und in die Anonymität der EU kann man sie dann ja alle wohlversorgt entsorgen, bevor sie als „nur noch Privatier“ dann -  natürlich völlig ohne ihre alten Beziehungen und Netzwerke als gewählte Volkstribunen zu nutzen  -  in den Aufsichtsräten großer Konzerne verschwinden…..
So war´s immer und wird´s wohl immer sein. Heute kann ich sogar Albert Schweinzer und seinen Urwaldstall langsam verstehen…

Dennoch bin ich tief im Inneren meiner Schwarte davon überzeugt, dass wir alle das Aussteiger-Gen immer noch in uns haben. Es kommt nur darauf an, wann man es sich erlaubt es ´raus zu lassen, oder wann es sich einfach seinen Weg durch ankonditionierte Konventionalität bahnen wird. Also ich habe mir zumindest fest vorgenommen, es nicht dabei zu behindern. Ich geb´s ja gerne zu:- Manchmal streichele ich sie noch zärtlich, die E-Gitarre aus Studenten-Band-Zeiten, die ich mir mit Zeitungsaustragen verdient habe, und ich schaue auf die alten, blaustichigen Farb-Fotos des ersten, ersparten Rucksack-Urlaubs auf Korsika. Nicht selten beschleicht mich da eine innere, durchaus selbstgefällige Befriedigung, die wohl kein internatsverkrüppeltes Rich-Kid je erlebt hat…Von allen Glücken die es gibt, ist das „kleine“ wohl das Beste...Ihr / Euer EvP



Freitag, 12. Juli 2013

Sommerurlaub...



Hochverehrte Leserschaft,
die Universität Leipzig hat ja gerade Schlagzeilen damit gemacht, dass auf höchst  „rektorale (nicht rektale!) Anordnung“ hin alle Anreden und Anschreiben nur noch grundsätzlich in der weiblichen Form zu tätigen sind. Bitte sehen Sie mir nach, dass ich nicht jeden Schwachsinn mitmache, denn sonst würden Sie mir vielleicht lauter Schmäh-BriefInnen und –briefe schreiben, die zu beantworten ich weder Lust noch LaunInnen hätte. Aber eigentlich wollte ich mich zusammen mit Ihnen auf die nun langsam bevorstehende „Schönste Zeit des Jahres“, den Urlaub, einstimmen. Die Gewerkschaften haben schließlich lange dafür gekämpft, Urlaub für die Werktätigen überhaupt erst ins Bewusstsein der Arbeitgeber zu zwingen und so haben wir nun die tariflich zugesicherte Anzahl von Tagen und Wochen, die uns – bitteschön! - so erholen lassen sollen, dass unsere Arbeits- und Schaffenskraft auch erhalten bleiben möge. Seltsamerweise ist es weder bei uns Schweinen noch bei den Menschen wirklich angekommen, dass man sich eben in erster Linie auch erholen soll. Nein, Urlaub ist auch zunehmend Stress.

Kennen Sie es nicht auch aus dem eigenen Stall?  Kaum schiebt  Mutter Sau die letzen Bikinis und Tank-Tops vom vergangenen Mallorca-Urlaub in den Schonwaschgang (denn nur der Waschgang wäre ja schließlich Schuld, wenn sie im nächsten Jahre zu knapp auf der Schwarte säßen…) da steht schon wieder die Frage des nächsten all-inclusive. Sonnentankens in mediterranem Ambiente oder auf den Sauchellen im Raum.  Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub und so werden kaum zu widersprechende Argumente wie Frühbucherrabatte, bloß nicht auf letzte Minute ein Hotel, das hauptsächlich von Erlebnishungrigen mit Pass jenseits des Urals frequentiert wird, oder einfach nur „…wenn wir uns wieder so spät entscheiden gibt es von hier aus gar keine Flüge mehr und wir müssen bei meiner Schwester in Frankfurt vor Abflug übernachten“, ins Feld geführt.  Schwere Kaliber eben! Ich persönlich liebe es ja in endlosen Schlangen wartend an den Schaltern der Billigfluglinien zu stehen. Da kann man herrlich Tätowierungen, die unter neonfarbenen T-Shirts oder dreiviertel-langen Jeans herauslugen, studieren, jede Menge Metall, das durch den Körper dekorativ gestochen wird bewundern, oder man beobachtet XXL-Kids bei einem letzten, schnellen Cheeseburger mit Cola bevor sie durch die Sicherheitskontrolle müssen und der Burger bis dahin mindestens von der Hand in den Mund sein muss.  Da gibt es berufsjugendliche Früh-Pensionärspaare, die im rührend-dämlichen Dieter-Bohlen-Outfit darauf warten in den Flieger zu kommen um sich zum nunmehr 25. Male mit Gleichgesinnten am Ballermann zu vergnügen. Aber „ jeder nach seiner Fasson “, wie schon Eberich der Große liberal zu formulieren wusste.

Schwamm drüber, es ist schließlich Ferienzeit in Wohlstandsdeutschland. Koffer werden gepackt, Pässe herausgekramt und man freut sich auf die angepriesenen Hotels in den bunten Pauschalreisekatalogen, die man ja meistens schon buchen musste, wenn die Rüssel noch rotgefroren im Reisebüro zur Winterzeit tropften. Nun ist es auch an der Zeit, dass besorgte Familieneber ihre Kombis noch ´mal schnell bei dem Vertragswerkstall auf lange Autobahnfahrtauglichkeit überprüfen lassen. Kaum etwas schreckt den Kfz-technisch Unbedarften mehr als die Vorstellung, mit einem Auto voller ungeduldiger Ferkel, einer genervten Holden und jede Menge Gepäck vom Gummiboot bis zur Gasflasche, vom Fahrradträger bis zum Schlechtwettervorsorge – Spielekoffer, hilflos auf der Autobahn irgendwo zwischen Binz und Bozen oder Grunzenhausen in Niederbayern liegenzubleiben und mit lächerlicher Neonweste über den Borsten und Warndreieck auf die Gunst der Gelben Eber vom ADAC warten zu müssen. Als äußerst zweckmäßig sind die DVD- Spieler zu empfehlen,  die man an den Rückseiten der Kopfstützen anbringen kann und die die turnusmäßig wiederkehrende Frage „ …wann sind wir endlich da?“ auf ein Mindestmass reduzieren können. Stressresistent muss man schon sein, wenn man sich zur sommerlichen Ferienzeit mit dem Auto durch Baustellendeutschland staut. Diese kilometerlangen „Wir bauen für Sie…“ Kunstwerke mit schmalen, orangeroten Fahrbahnmarkierungen erinnern mich immer an Stillleben, nur selten gestört durch die Anwesenheit arbeitender Werktätiger. Dann gefolgt von Staus in Ulm, um Ulm und um Ulm herum, bevor wir uns alle wieder vor dem Brenner zu kurzweiligen Gesprächen in der Wartezone treffen. Schön, dass es alle vereint, ob Cayenne oder Käfer, ob Holländer mit Wohnwagen oder Cabrios mit italosüchtigen Kegelschwestern aus Rüsseldorf.

 Wissensdurstiger Ferntourismus war eigentlich nie unser Ding, lieber Calamari als Kalahari,  lieber Gelato am Touri-Strand als gekidnappt im Wüstensand. Ich bin und bleibe ja Bella Italia- Fan... „Pig Berlin“ macht es ja möglich, einmal zum „Stiefel“ und zurück für schlappe Hundert Euro plus Kerosinzuschlag…. Aber es ist doch immer wieder etwas Besonderes sich von der mediterranen Lebensweise begeistern zu lassen. Beim Espresso unter Palmen auf der Piazza mit vollem Pizza- oder Pastabauch wohlwollend die holde, eingeborene Weiblichkeit auf ihren 14 cm- Keulenverlängerungen vorbeistöckeln zu sehen, die dunklen Mähnen eberwirksam nach hinten werfend….Da vergisst man den eisgrauen Himmel der Lüneburger Weide im Januar oder einen verregneten Novembertag in der übersichtlichen Fußgängerzone von Schweinfurt…Die Italiener sehen alles viel gelassener auch wenn sie mit ihren Motorrollern jeden bundesdeutschen Verkehrspolizisten zum Herzinfarkt bringen würden oder mit ihren Fiats die Altstadt so zuparken, dass eine zumeist übergewichtige „Knöllchenhostess“ mitteldeutscher Ordnungsämter stark suizidgefährdet ihren Dienst quittieren müsste.

Auch wenn Urlaub immer mit Aufregung, Reisefieber und durchaus auch mal Stress verbunden sein kann, so sind es dennoch wertvolle Wochen des Ausspannens, die jedem gut tun, und die man nicht einer Eigenperzeption scheinbarer, beruflicher Unersetzbarkeit ständigen Kürzungen unterziehen sollte oder gar ausfallen lässt. Das sage ich mir immer wieder gerne, wenn ich pünktlich zu Urlaubsbeginn an der Zapfsäule die Preise steigen sehe oder zunächst mit dem Stau am Kamener Kreuz leben muss bevor ich mich dem Kreuz des Südens erholungssüchtig nähern darf oder auf dem Großflughafen von Mallorca ausgerechnet mit den Meiers von nebenan zufällig in der Pommesschlange bei Würger King anstehen muss. Aber egal….. wir freuen uns schon jetzt auf die Herbstferien…Ihr EvP



Montag, 21. Januar 2013

Das enge Beieinanderliegen von Sieg und Niederlage...



Hochverehrte Leserin und geneigter Leser, kennen Sie es auch, das Gefühl, dass eine Schwalbe keinen Sommer macht und das Ihr Wahlkreuz auf dem Stimmzettel soviel zu verändern mag wie die drei Kreuze eines Analphabeten auf der Unterschriftszeile der vorzeitigen Kündigung eines Handyvertrages? Tja, so mag es jetzt auch dem einen oder der anderen im Schweineland Niedersachsen gehen. Nicht nur der (Noch-) FDP Chef Rösler, sondern auch wir Vertreter der Spezies Borstenvieh haben dort schon immer eine große Lobby, wenn auch leider unter kaum vergleichbaren Rahmenbedingungen.

Ich habe mir zusammen mit meinen Lieben die Wahl in Neidersachsen aus gemütlicher Perspektive unter der Ferkelwärmelampe im Stall angeschaut und mich schon einmal auf eine lange Nacht der Entscheidung vor der Glotze vorbereitet. Es dauerte ja fast so lange wie eine Papstwahl und so blieb ich allein auf dem Stroh und lauschte den Interviewten beim Hochrechnen und Abrechnen, die ja allesamt nach eigener Darstellung Sieger seien, bis dann spät des Nachts die Entscheidung kam, wer nun als wirklicher Sieger aus dem Ring hervorgeht und entweder grüßend die Hand oder drohend die Faust gen Richtung Berlin zu schütteln gedenkt. Meine holde Sau wollte nicht solange warten bis ZDF und ARD ihre Hochrechnungen homogenisiert hatten, sie verwies nur lapidar auf den Fakt, dass es doch eigentlich egal sei, wer da nun mit knappster Mehrheit zu regieren versuche, noch haben es die Vegetarier nicht geschafft eine eigene Partei ins Rennen zu bringen, die hätten wir natürlich mit scharrenden Hufen unterstützt, aber ob nun Rot-Grün oder Schwarz-Gelb die Erblande der Skandal-Wulffs in eine glorreiche Zukunft zu führen im Stande sind, scheint wenig Trennschärfe aufzuweisen.

Es ist ja schon ziemlich bemerkenswert wie schnell man von ganz oben nach ganz unten fallen kann. Ist man jedoch erst einmal ein offenkundiger Verlierer, dann kommt jeder noch schnell vorbei um auch seine Lanze in das waidwunde Wild zu stechen, man wusste ja immer schon, dass an dem oder der etwas faul sei und freut sich vielleicht insgeheim, dass die Medien jetzt in dessen Keller nach Leichen suchen und damit die im eigenen Keller zunächst in Frieden ruhen lassen werden.  Das muss wohl eine ur-menschliche Eigenart sein, bei uns Schweinen ist das nicht verbreitet. Man sagt zwar, dass jeder Stall anders rieche, aber auch, dass man in erster Linie vor dem Eigenen zu kehren habe. Jetzt wird es also in Niedersachsen einen weiteren „Verlierer“ mehr geben, der vielleicht mit dem Verlassenen Wulff eine WG gründen könnte. Zwar bietet man dem Deutsch-Schotten sicher eine ehrenhafte und warme Oppositionsbank an, von Herrn Wulff hingegen nimmt ja kaum noch einer ein Stück Brot, aber er ist ja augenscheinlich auch nicht hungrig und nur noch die Hälfte seiner selbst, dünn wie ein Schatten und allein in seiner spießigen Vorstadtidylle, die er vielleicht selbst besser nie verlassen hätte.

Saint-Exupery sagte schon zeitlos vor vielen Jahrzehnten, dass das fatale der „kleinen“ Herkunft die lebenslang kleine Seele sei. (ihm selbst brachte diese Weisheit auch nicht viel Glück, wurde er doch als Pilot im Krieg über dem Mittelmeer abgeschossen und blieb verschollen). Aber wollen wir jetzt doch einmal optimistisch nach vorne schauen. In diesem Super-Wahljahr wird es noch viele Verlierer und Gewinner geben. Fässer ohne Boden wie der Flughafen in Berlin, der Bahnhof in Stuttgart oder die Elbphilharmonie in Hamburg müssen dem Wahlvolk noch vor der Bundestagswahl als Erfolge verkauft werden. Da ist man sich einhellig einig, ob nun Rot oder Grün oder Schwarz oder Gelb.  Sie mögen vielleicht sagen: „….na der hat gut Grunzen, soll er es doch besser machen!“ und ich will mich dieser Kritik nicht verschließen. Aus der menschlichen Historie sind uns „Kampfschweine“,  „Grabenschweine“, „Wildschweine“ und sogar „Trüffelschweine“ als Synonyme für Hartnäckigkeit und des `Dranbleibens bekannt. Wir Schweine geben niemals klein bei, lassen uns nicht in Koalitionen und Fraktionen verbiegen oder unsere Ideen „weichgespült“ verkaufen.  Deshalb ist die Politik auch nicht primär unsere Schlammkuhle. Da wäre auch nur noch wenig Platz, denn da suhlen sich ja bereits andere erfolgreich. Wir sitzen lieber im warmen Stall und schauen zu, wenn andere sich auf den politischen Bühnen zu Erfolgsebern oder Verliererschweinen machen. Politische Verlierer werden in der Regel „gut abgefunden“ und nicht wie unsere Spezies „gut abgehangen“
Im Gegensatz zu uns wartet selbst auf die nur die mediale Schlachtbank, aber das ist für viele scheinbar genauso schmerzhaft….mit besten Grunzen, ….äh…Grüßen
Ihr Eberhard von Porcus


Montag, 26. November 2012

Einfach Sehnsucht nach „Einfach so…..“



Ach, liebe Leserin und liebe Leser, ich wollte ja eigentlich einfach nur einmal mit Ihnen über die Einfachheit des Seins reden
einfachen Lösungen für das Gemeinwohl selbst bei komplexen Herausforderungen Geneigte Leserin, geneigter Leser, kennen Sie es auch, dieses Gefühl, dass Vieles einfach einfacher sein könnte oder müsste?  Das sich einfache Lösungen erfolgreich hinter schwerfälligen Abläufen, Richtlinien, Gesetzen und oft auch hinter den wiehernden Schimmeln der Amtsstuben verstecken oder dort vielleicht bewusst ein Leben im Schatten und Abkehr vom Pragmatischen fristen müssen…..?

Oft höre ich von meiner holden Ange(s)auten, „ …lass´ uns doch einfach nur mal ….“ dieses oder jenes tun, also scheinbar eine Ausnahme zur üblichen Praxis, denn offensichtlich ist es heutzutage gar nicht mehr so einfach, irgendetwas einfach nur ´mal so zu tun oder zu lassen.Liegt das uns Deutschen eigentlich im Blute oder in der Schwarte, oder ist das nur eine unerfüllbare Sehnsucht nach dem verwunschenen Garten der simplen Lösungen, zu denen wir uns selbst mit Denken und Handeln im Wege stehen?

Versuchen Sie doch bitte einmal, einen Antrag zum Ausbau Ihres Stalles an die zuständigen Behörden zu stellen, ein Gutachten für den Neubau Ihres umweltfreundlichen Gülleabflusses zu erwirken oder einfach nur Ihre jährliche Steuererklärung ohne das jeweils beigefügte Handbüchlein mit den permanenten Änderungen des laufenden Jahres selbst zu erstellen.

Schwierig, selbst für Absolventen höherer Bildungsinstitutionen.

Es führt uns in die Niederungen perfide formulierter, sinnverdrehender Fallstricke und schwer nachvollziehbarer Wortschöpfungen, die den Götzen, die hinter Hängeablagen und Leitz-Ordner-Schildwällen wider dem Staub lauern, auf Altären einer nur aus sich selbst heraus begründbaren Struktur von willigen Vestalinnen im Dienstgrad von Amtsinspektorinnen und staatsexaminierten Hohepriestern im Range von Oberregierungsräten .als Opfergaben geweiht sind…Ab und zu gibt es sogar den einen oder anderen Politiker, der auf dieses Glatteis zu begeben sich populistisch wagt(e). Gut erinnere mich an eine gewisse Guilda Westerschwarte, die die Steuererklärung auf einem Bierdeckel zu reduzieren versprach.
Na, da hatte man ja die Rechnung ohne den Homo Adminstrativus Germanicus, die konsequente, der Zivilisation geschuldete, anthropologische Weiterentwicklung des Homo Sapiens, gemacht.

Angefangen hat das Ganze mit Kaiser Maximilian im 15. Jahrhundert. Er führte im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation die „Kanzleisprache“  ein, damit alle offiziellen Vorgänge in einer elitären Art und Weise formuliert von ebensolchen Rechtskundigen verfasst, gelesen dokumentiert, archiviert und weitergeben werden konnten. So entstand das, was man heute die „Amtssprache“ nennt, die sich nicht scheut aus einem Baum ein „Großgrün“ zu machen oder die gute alte Uniform des Schaffners in der Bahn zur „Unternehmenszugehörigkeitsbekleidung“ stigmatisiert und unseren Wortschatz mit „Subsidiaritätsprinzip“ oder dem „Dienstbarkeitsdauernutzungsrecht“ erweitert.

Wir Schweine sind ja immer gut für einfache Lösungen, schließlich wollen wir in unserer Rolle als „Nutztiere“, in die uns unser Mitbewerber auf 2 Beinen kategorisiert hat, auch mit nutzbringenden Vorschlägen brillieren. Doch auch hier gibt es leider Tabus. Die meisten)Menschen wollen gerne menschlich sein und so wahrgenommen werden, jedenfalls nach Ende absolutistischer und menschenverachtender Herrschaftsstrukturen, aber dürfen wir Borstenträger einfach nur Schwein sein? Kaum, denn der Mensch hat diesen Begriff negativ belegt und uns damit diffamiert. Also einfach nur ist schon wieder schwierig wenn es um Schweinereien geht.
und merke doch, dass das gar so einfach ist. Bemühen wir uns doch zusammen einfach nur um einfache Lösungen.  Nur das Einfache habe – wie man sagt  - im Krieg und in der Liebe  Erfolg. Doch gibt es so viel andere Dinge unseres Lebens, in dem wir uns um Einfaches bemühen sollten. In der Schule einfache Weisheiten und Lehren weitergeben, in der Politik einfache Wahrheiten an- und aussprechen und sich mit engagieren.

Einfach und Einfalt sind nicht zu verwechseln, auch wenn das nicht jeder so erkennt und Einfaches gerne als weniger wertvoll abtut. Doch wer profitiert eigentlich davon, dass Vieles bewusst nicht einfach dargestellt wird?! Darüber – geneigte Leserschaft – sollten Sie sich beim nächsten Gang zur Wahlurne einfach nur´ mal Gedanken machen…Ihr Eberhard von Porcus


Donnerstag, 19. April 2012

Pubertät und andere evolutionäre Entwicklungen


Sind Sie, geneigte Leserin und geneigter Leser, neben Ihrer – natürlich – eigenen Pubertät auch von der Ihrer Kinder heimgesucht worden und sind Ihnen diese wilden Jahre im Wechselbad von Gefühlen, zugeschlagenen Türen, ersten Maskara-Versuchen und Clearasil noch präsent?
Ich kann Ihnen bestätigen, dass es da zwischen unserer Spezies weniger Unterschiede gibt, als man vielleicht denken mag. Uns hat man mit zwei Ferkeln gesegnet, die ältere geht natürlich als mittlerweile erwachsene Sau längst schon eigene Wege und teilt Schlammkuhle und Stroh mit ihrem Partnereber. Bibi-Blocksberg-CDs und Hello-Kitty-Schlafanzüge sind schon seit Jahren ausgemustert, was aber natürlich nicht heißt, dass man sich mit dem kleinen Bruder abends am Esstisch nicht doch noch gerne einmal ums letzte Fischstäbchen oder die Anzahl der größeren Erdbeeren im Nachtisch streitet…Aber unser Jüngster steuert geradewegs – mit offenen Augen und ebensolchen Poren – in die Pubertät.
Man ist ja gewohnt, dass Kinder und Ferkel sich phasenweise geradezu flammend für bestimmte Trends interessieren. Lokomotivführer oder Baggerfahrer will heute keiner mehr werden, Karl-May und sein Winnetou sind so tot wie die meisten der damaligen Film-Darsteller.
Schon sehr früh zieht man dagegen eine Blitzkarriere bei DSDS – „Deutschland sucht das Superschwein“ - oder eine mehr als fragwürdige Erfolgsspur als Popstar oder Glamoursternchen oder Model in Erwägung. Gott sei Dank zerplatzen diese Irrwege bei normalen Ferkeln irgendwann und nur noch ein paar rührend blöde und peinliche versuchen mit aufgespritzten Rüsseln und Silikonzitzen sowie erbärmlichen Singstimmvolumen dann weiterhin noch ihre berufliche Zukunft in Containern, Dschungelcamps oder in Castingställen zu suchen.

Aber es gibt ja auch durchaus noch „normale“ Tendenzen:
So kenne ich kaum Eltern von pubertären Jungebern, die im Laufe der Zeit nicht Fachleute dafür geworden, welche Dinosaurier es überhaupt auf Erden schon gegeben hat, ob sie Fleisch oder eher Müsli mochten, ob sie fraßen oder gefressen wurden. Der Urkontinent Pangäa ist zeitweise präsenter als das Urlaubsziel Mallorca, im Garten ausgegrabene Knöchelchen von längst verschiedenen Kleinnagern oder Brathähnchenresten werden fachmännisch auf ihren Versteinerungsgrad geprüft und ob es sich vielleicht nicht doch um einen Jahrhundertfund aus der Kreidezeit handeln könnte.Als stolzer Eberpapa muss man vielleicht erstmalig den Familienchampion-Stuhl zugunsten des allseits präsenten Tyrannosaurus-Rex räumen, selbst wenn man ihn zuvor schon erfolgreich gegen Fußballidole von Schalke oder Bayern verteidigen konnte…

Kennen Sie eigentlich „Star Wars“, oder besser: „Schweine im Weltraum“ ?
Wenn nicht, oder nur als Relikte der Filmindustrie der späten 70er und 80er Jahre, dann machen Sie schnell einen gewaltigen Bogen darum, wenn Sie pubertäre Jungeber im Stall haben. Sollte das schon zu spät sein und Sie täglich mit - jetzt sogar in 3 D- Filmtechnik vorgeführten - Jedi-Rittern und Sternenzerstörer-Raumschiffen zu tun haben, so seien Sie versichert, dass auch das irgendwann ad acta gelegt werden wird, spätestens wenn erste scheue Küsse auf dem Nachhauseweg von der Schule oder Kuhle getauscht werden und Sammelbild-Ordner und Lego-Modelle auf Regalbretter zum Verstauben verdammt werden und Mandys, Jennifers oder Nathalies weichen müssen, die ihre sorgsam geföhnten, blonden oder braunen Mähnen publikumswirksam an Schulbushaltestellen oder Pausenhöfen nach hinten werfen und in knallengen Jeans die Blicke der Justin-Bieber-frisierten Herren unter Fünfzehn mit Kapuzenpullis und Turnschuhen auf sich zu ziehen wissen.

Aber dennoch ist es ein wunderbares, buntes Stück Leben, das so sicher auf jede Familie zukommt wie das erste Kids-Menue von „McDonalds“, die erste Klassenfahrt oder der erste Flaum unterm Rüssel (jedenfalls bei den Jungebern…), der nach langer Anzucht und Fürsorge dann endlich Papas Rasierschaum und Klingen weichen muss. Aber auch die Weiblichkeit wird nicht geschont: Mamas Schminkutensilien werden gerne vor ersten eigenen Käufen der Jungsäue ausprobiert, die mütterliche Frisur oder das Outfit schon öfter ´mal kritischen Blicken unterzogen bevor man es erlauben könnte, dass man bei der Party oder aus der Disco von den Eltern abgeholt würde und dies nicht als „peinlich“ bewertet würde…Ich habe diese „Eltern-sind-manchmal-doof“ – Zeiten unserer Ferkel sehr genossen und empfehle es Ihnen ebenso. So schnell wie sie kommen, gehen sie auch wieder vorbei und müssen dann meistens viel zu früh dem Erwachsensein weichen. Manchmal tauscht man ja selbst gern Anzug und Krawatte, „kurzes Schwarzes“ oder Businesslook gegen T-Shirt oder Jeans ( …na ja, dann aber schon von Designern) und lässt die eigene Jugendzeit mit Schlaghosen, Langmähne und „für-das-Moped-Sparen“ genüsslich Revue passieren.

Auch wenn wir noch nicht den Stress verkürzter „G8“ Schuljahre kannten und auch noch nicht mehrere Hundert sms auf der nach oben offenen Handy-Skala in den Äther schicken konnten, erinnern wir uns gerne dieser Jahre, in der wir weder „Fisch noch Fleisch“ waren.
Ich „ziehe“ mir dann im Stall gerne lautstark die „Beach Pigs“ ´rein und nehme mir wohl zum Hundertsten Male vor, nächstes Frühjahr die Familienkutsche gegen ein altes Cabrio zum Selberschrauben einzutauschen…Selbst wenn es dann doch nur beim guten Vorsatz bleibt, so finde ich es wunderbar, dass wir alle eine doch sehr behütete Kinder- und Jugendzeit genießen durften. Eine Gunst, die der Generation meiner Eltern leider verwehrt war und die ich meinen Ferkeln von Herzen gönne. Mal sehen wie es wird, wenn die Enkelferkel die Dinos und Piggy Potter entdecken oder von „Star Wars - the next Generation“ träumen werden…Ihr Eberhard von Porcus

Freitag, 13. Januar 2012

Ämter, Amigos und Affären...


...wussten Sie, verehrte Leserinnen und Leser, dass Niedersachsen ein Schweine – Land ist?Ganz im Ernst: - von Vechta bis Varel, von Göttingen bis Gorleben, überall dort spielen wir im ländlichen Zusammensein mit unserem Mitbewerber Homo Sapiens Sapiens eine entscheidende Rolle. Ich muss zugeben, leider nicht immer eine, die wir Schweine auch mögen…In und um Hannover ist das nicht ganz so ausgeprägt, ist ja auch logisch: dort wird ja die Politik gemacht. Daran werden wir Schweine selten beteiligt und eigentlich möchte meines gleichen sich die Hufe damit auch gar nicht schmutzig machen. Dennoch: es kann und darf mir nicht egal sein, wie ein Schweine – Land wie Niedersachsen so dasteht. Im Augenblick gibt es ja viel Gegrunze, nicht zuletzt wegen einem unserer Landeskinder, Herrn Wulff.

In Bayern sagt man, wenn man seinen Unmut mundartlich ausdrücken möchte, „…mei, Herrschaftszeiten san´s!“ Da steckt viel Wahrheit ´drin, denn die Herrschaft hat sich wohl zu allen Zeiten Privilegien herausgenommen, sich über dem Recht stehend empfunden und nicht selten mit Berufung auf christliche Werte Wasser gepredigt und selbst Wein getrunken. Ob man nun von hochwohlgeborener Herkunft sein Handeln ableitet, oder ob man aus dem Volk gewählter Vertreter ist, was ich dann noch viel schlimmer finde. In Bayern ist man darin ja bereits erfahren. Die Franz-Josef-Strauß – Dynastie und die spätere Amigo – Affäre haben wir nicht vergessen. Aber dass es so etwas auch auf dem platten niedersächsischen Land und seinen hochdeutschredenden Politikern mit bisher blitzsauberer Weste gibt, hatte ich bisher nicht auf dem Schirm.

Wissen Sie, ´mal ganz ehrlich, vor ein paar Jahren stand ich auch vor der Frage, ob ich Kredite bei der Schweinfurter Bank aufnehmen sollte, um unseren Stall zu renovieren. Seit den Tagen des Ersten Weltkrieges hatte mein Großvater Saulus von Pig zu Porcus wenig in unsere Latifundien investiert. Auch sein Sohn, Schweinfried – Wilhelm, hatte zunächst mehr Interesse an rosa Keulen und dem Dolce Vita, als am Stall-Bauen. Kurz: auch ich stand vor der Frage, Geldmittel zu schweineteuren Zinsen aufzunehmen, oder vielleicht bei meinem Freund Saubert, der recht vermögend in Wildesauhausen lebt, Geld in aller Freundschaft zu leihen. Sagt man nicht bei Geld höre die Freundschaft auf? Naja, für unseren Herrn Wulff scheint das nicht zu gelten. Genauso verbringe ich meine Urlaube nur auf den Sauchellen oder in Saustralien, wenn es unsere Urlaubskasse zulässt und nicht, wenn mich ein befreundeter Saubärmann dazu einlädt. Das geht einfach nicht, wenn man ein hohes Amt in öffentlichen Ställen innehat.
Anders ist die Lage ja bei unserem Ex -Sonnenschein Karl Theodor zu Guttenberg. Der hat in seinem Stall ja nie Mangel gelitten und war damit gegenüber den Anbiederungen „väterlicher Freunde“ nie empfänglich. Der kommt aus gutem Stall, konnte sich alles kaufen (lassen) und reagiert nun wie ein trotziges Ferkel, weil keiner in der Schlammkuhle mehr mit ihm spielen will. Ja, auch so ein Comeback will wohl überlegt sein. Da nützt es nichts mit mehr Gelatine im Haar und weniger Brille auf der Nase und mit einer ganz still gehaltenen Stefanie daher zu kommen. Jetzt hat ihn halt die Schlammkuhle „Europa“ aufgenommen. Eigentlich heißt es ja in der Politik „hast du einen Opa, schick ihn nach Europa!“. Aber dafür ist unser Ex – Kronprinz ja noch ein bisschen jung.

Geneigte Leserschaft, es gäbe noch genug, über das man trefflich diskutieren könnte in diesem Zusammenhang. Ich möchte nicht falsch verstanden werden:-wir brauchen keine Heiligen (mehr) in der Politik, sondern Menschen und Schweine wie dich und mich. Längst sind die Affären und Affärchen um unsere politische Elite in der Presse besser auszuschlachten als ihre etwaigen politischen Visionen oder strategisches, entschlossenes Denken und Handeln für unser Land oder gar eine bessere Welt. Trotzdem gibt es so etwas wie Anstand, Ehre, und Gewissen. Unser Problem ist aber, dass Menschen und/oder Schweine, die sich zu diesen Werten bekennen, selten in politische Ämter streben. Ich weiß nicht, wie es ihnen geht, aber für mich ist der Begriff „Berufspolitiker“ zunehmend negativ belegt. Wer sich sein Leben lang im medial bewachten und äußerst gefährlichen Haifischbecken der Politik um sein persönliches Fortkommen mit möglichst blütenweißer Weste bemühen muss, läuft schnell Gefahr, sich von Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, und Pflichterfüllung für die Sache zu entfernen.

Ich wünsche Ihnen für das Jahr 2012 nur das Beste und dass Sie mit weniger Affären um Ämter und Amigos belästigt werden mögen. Mit vorzüglicher Hochachtung bin ich Ihr Eberhard von Porcus ... der für die Renovierung seines Schweinestalles, den Kauf eines neuen schadstoffarmen Gülleabflusses und neuer C02 – ausstoßfreier, Infrarot-Wärmelampen einen stinknormalen Bankkredit zu stallüblichen Konditionen aufnehmen musste!

...ursprünglich gepostet am 5. Januar 2012 auf needfulfriends/blogspot...