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Donnerstag, 5. Februar 2015

Der Zorn Gottes...



Hochverehrte Leserin, hochverehrter Leser,
bisher kennen Sie den „guten alten Grunzer“ Eberhard nur voller augenzwinkernder Empathie und mit dem Schalk in den Nackenborsten, der zwar manchmal wohlwollend schwadroniert und kritisiert, aber sich aus der Sicht des warmen Stalles in der Wärme mitteleuropäischer Wohlstandskultur und ALDI- Glückseligkeit  mit großem Herz und spitzer Feder zu äußern weiß. Aber jetzt hat sein Aggregatzustand von besorgt über bestürzt zu zornig und wütend  gewechselt!
Als politisch interessierter und weitgereister Eber mit einem ganzen Rucksack an Erfahrungen, gesammelt akribisch auf der ganzen Ersten, Zweiten und Dritten Welt, in Krieg und in Frieden, fragt er sich nun, ob wir in unserer dickfälligen Wohlstandswatte, in die wie gepackt sind, wie in sich selbst ruhende XXL- Kinder an der Bushaltestelle mit ihren Chipstüten und eineinhalb-Liter Colaflaschen, überhaupt noch wahrnehmen, was WIRKLICH zur Zeit in der Welt vor sich geht!
Wir sind es ja gewohnt die Gräuel der Fernsehbilder der Nachrichtensender in unseren Ställen mit vollem After-Dinner-Bauch zu konsumieren, zappen von Völkermord zu Hungerkatastrohen, von Vulkanausbrüchen zu Börsendaten, doch wir verstehen davon wenig, sind seltsam unbeteiligter Betrachter  und wollen es auch gar nicht anders, auch und vor allem, weil es uns schlicht und einfach nicht persönlich betrifft. 
Wir haben einen historisch tiefen Ölpreis, gut fürs Portemonnaie, buchen den nächsten Sommerurlaub mit Frühbucherrabatt und stellen fest, dass bei den Lebensmitteldiscountern durch den Wettbewerb untereinander uns immer billigeres Fleisch aus Tier-KZs angeboten wird (würg…) 

Doch sehen wir eigentlich wirklich was unser globaler Mitbewerber, der Homo Sapiens Sapiens, angeblich der „Weise und Gescheite“, aber der Mensch, der des Menschen Wolf ist und immer war, sich selbst antut? Nein wir wollen das gar nicht, mag es doch in den betroffenen Ländern selbst geregelt werden, bitteschön ,aber schnell, damit nicht noch mehr Flüchtlinge den sozialen Frieden der angehenden Ruheständlernation zu stören in der Lage sind. Unappetitlich ist es ebolakranke Patienten in Buschlazaretten ansehen zu müssen und dann auch noch vermeintlich den Mantel mit denen teilen zu müssen, die Tod und Elend, Vertreibung, Vergewaltigung oder auch einfach nur existenzieller Armut versuchen entkommen zu können. Wohlgemerkt…unsere Ställe können nicht das Sozialamt der Welt werden, aber auch ebenfalls nicht das Sozialamt milliardenschwerer Zockerbanken, die es verstehen ihre Lobby und den Druck auf die politisch Handlenden so auszuweiten, dass der anonyme Steuerzahler – oft genug vorsätzlich im Dunklen gelassen durch die Politik – ihre Verluste zu tragen und ihre persönlichen Manager-Boni zu erhalten hat.

Aber es geht noch viel schlimmer:- In der Ukraine herrscht Krieg. Ein Diktator wie der russische Präsident setzt auf Gewalt um seine hegemonialen Ziele durchzusetzen und zerreißt ein Land straflos vor den Augen der Weltgemeinschaft. Was ist zu tun? Wieder einmal auf Zeit zu setzen oder mit Wirtschaftssanktionen zu drohen, über die es allein bei 28 EU Nationen mit zT russlandfreundlichen Regierungen niemals echten Konsens gibt. Lächerlich! Selbst der Bombenterror gegen deutsche Städte im Zweiten Weltkrieg– dieser harte Vergleich sei hier durchaus erlaubt – hat kein einlenken der Mächtigen gebracht und hat die verzweifelten und betroffenen Menschen nur noch enger in den Todeskampf eines verbrecherischen Systems getrieben.
Nein, jetzt und sofort gilt es zu handeln, vielleicht auch mit Waffenlieferungen moderner Technologie, die der ukrainischen Armee Mittel der Ebenbürtigkeit gegenüber dem nicht versiegenden Strom russischer Unterstützung geben könnte. Manchmal muss man eben wählen zischen einer schlechten oder einer noch schlechteren Lösung. Nichts zu tun heißt Putin Tatsachen schaffen zu lassen die das ganze Sicherheitsgefüge Europas gefährden könnten. Ein Dreivierteljahrhundert Frieden in Mitteleuropa nach Ende des Zweiten Weltkriegs, von kleineren Unappetitlichkeiten wie dem Balkankrieg einmal abgesehen, haben uns den Blick dafür verstellt, dass Frieden und Freiheit bei weitem nicht selbstverständlich sind, hart erkämpft wurden und mit ungeheuren Leiden verbunden waren, die die Generation meiner Eltern noch höchst präsent im Kopf hat.
Aber es geht noch schlimmer:-  Öffentliche Exekutionen gibt es in Deutschland seit dem 19. Jahrhundert nicht mehr. Subtil wird in den (westlichen!) Ländern, in denen die Todesstrafe leider noch zum Portfolio staatlicher Rache an Delinquenten gehört, über Giftspritzencocktails für vermeintlich humaneres Töten diskutiert, aber islamische Terrororganisationen überziehen die Welt mit unglaublicher Grausamkeit. Sie köpfen willkürlich gefangengenommene Journalisten und Angehörige von Hilfsorganisationen und verbrennen Piloten bei lebendigem Leib. Bilder, die wir im Hinterkopf mit dem Mittelalter in Europa verbinden, wo Hexenwahn und religiöse Intoleranz zum Alltag gehörten und jedes Kind mit dem Schreien von gequälten Menschen auf Folterbänken und Scheiterhaufen aufwuchs.
Doch es ist jetzt und hier und heute, dass es passiert. Vor unseren Augen, von Eiferern gefilmt, in Netzwerke gestellt und menschenverachtend umjubelt. Ich schäme mich einmal mehr für den Menschen, die angebliche Krönung der Schöpfung, der im Namen eben dieses Schöpfers, wie er auch bezeichnet werden mag von Gott bis Allah, vom Propheten bis zum Erlöser, das Blut seiner Brüder und Schwestern so grausam vergießt. Was tun also? Wohlfeile Diplomatie ist hier längst nicht mehr gefragt, weder gegen die ISIS im Nahen Osten noch gegen die Separatisten von Moskaus Gnaden in der Ukraine.  „Bestürzung“ und „Erschrecken“ artikuliert die politisch cleane Welt des Westens, „Mitgefühl“ und „Schockstarre“, doch was weiter frage ich? Lässt man gewähren oder greift man ein, muss man sich um mühsame Mandate bemühen oder soll man sich – wie so oft und so gerne  - weg ducken? Ich habe den Glauben an die Tatkraft und Wehrhaftigkeit unserer westlichen, demokratischen Welt voller Bequemlichkeit verloren, obwohl ich genauso ihre unschätzbaren Werte alternativlos anerkenne. Doch zu sehr hat man Angst selbst zum Ziel zu werden, verkriecht sich aus Angst vor dem Terror, der sich nicht scheut unglaubliche Verbrechen nicht nur in New York 2001 sondern auch sonst wo in der Welt, auch in Deutschland,  tödlich effizient und eiskalt geplant durchzuführen. Zu sehr haben wir Angst um Märkte und Moneten, um Konsequenzen einer klaren Positionierung gegen den Terror und gegen den Krieg,  wenn es eben sein muss auch mit Waffengewalt und internationaler Solidarität vorzugehen. Dafür bekommt sogar der Bundespräsident öffentlich Schelte wenn er es vorsichtig andeutet. 
Krieg und Terror im Namen der Religion ist immer gut vernetzt und noch besser finanziert, das war schon vor 1000 Jahren so als man im Rahmen der Kreuzzüge quasi ganz nebenbei plünderte und mordete und Mitbewerber in Kleinasien, der Levante und im Heiligen Land ausschaltete. Die Geldgeber heute in Kaftanen oder Nadelstreifen genießen in wohltemperierten Marmortempeln unter Wüstensonne oder im westlichen Nobel-Asyl was sie mit ihren Milliarden anrichten, während ihre schwarz verschleierten Frauen in der Schweiz oder London, Paris oder Berlin, New York oder sonst wo im verhassten Feindesland in teuren Boutiquen und bei Nobelkarossenherstellern shoppen. DAS schafft Umsatz und Wohlstand, erhält Arbeitsplätze und vermittelt uns allen das Gefühl, dass man sich doch eigentlich einig sei……trügerisch und zynisch zugleich…die Schlächter von ISIS und in der Ukraine wissen schon warum sie uns als schwach und unentschlossen, feige und dekadent bewerten.
Wohlgemerkt: Niemand braucht neue Kreuzzüge und jeder weiß, dass Gewalt nur wieder Gewallt gebiert, Hass nur neuen Hass schürt und Rache und Vergeltung in einer Spirale des Verderbens enden müssen. Aber tatenlos mit Kopf im Sand kann und darf keine Antwort sein. Manchmal muss man eben auch zu den Waffen greifen um Schlimmeres verhindern zu können. Für mich ist das eine Form von Notwehr, die jedermann und jeder Nation zusteht, auch um damit einem anderen, schutzlosen beizustehen. Denken Sie an meine Worte wenn demnächst wieder ein junger Pilot verbrannt, eine ungehorsame Tochter gesteinigt oder verwaiste Kinder vor den Ruinen ihres zerstörten Dorfes in der Ostukraine oder in Nigeria oder anderswo über unsere hochmodernen Flachbildschirme flimmern. Seien Sie herzlich eingeladen, sich selbst Ihre Meinung zu bilden
Ihr
EvP


Dienstag, 1. Juli 2014

Lieben und geliebt werden und die Kunst sich selbst zu lieben...



Kennen Sie das auch, verehrte Leserin und verehrter Leser, dass der Blick in den Spiegel  manchmal alles andere offenbart als „..wer ist der Schönste oder die Schönste im ganzen Land?“ Naja, schließlich ist es ein bekanntes Zitat aus einem bekannten Märchen, aber was glauben Sie was passiert wäre wenn Schneewittchen und die böse Zauberin schon „Hennes und Mauritz“ – Schaufensterpuppen mit Wespentaillen wo andere Speckgürtel oder Schwartenmagen haben gekannt hätten? …Ganz zu schweigen von der modernen Medizin für solvente Privilegierte weit jenseits eines Daseins als Kassenpatient, die sich diese Wohlstandsmakel einfach wegschneiden lassen könnten. Aber davon unbenommen gibt es ja noch viele andere Dinge, die dem selbstkritischen Auge im Spiegel nicht verborgen bleiben:- zu wenig obenrum, dafür zu viel unten und hintenrum, zu viel Schlupf an den Lidern, zu wenig Spritz in den Lippen… jaja, es ist schon erstaunlich, wie man heute Mutter Natur und ihrer „Artenvielfalt“ mit dem Skalpell unter die Arme greifen kann.
Also in unserer Spezies ist es ausgesprochen unbeliebt sich „unter´s  Messer“ zu legen, aber bei unserem globalen Mitbewerber, dem Homo Sapiens, offenbar immer beleibter…pardon… beliebter. Sogar Ferkel lassen sich schon von ehemaligen XXL –Kids mit Burger- und Cola-Sucht zu Designer-Teenagern beschnippeln, die mittellosen versuchen es oftmals zunächst mit Hungern, bis die Bulimie kommt, aber nicht selten liegen schon bei 16 Jährigen Geldscheine nebst elterlicher Einwilligung für künstliche Zitzen oder Gutscheine für Rüsselkorrekturen oder zumindest ein Bleaching für die Kauleiste unterm Weihnachtsbaum.
Das seien wenige Extreme sagen Sie? ……na, ich finde es werden immer mehr. Aber warum eigentlich? Ich kann mich gut daran erinnern, dass meine Große grundsätzlich ihren Barbie-Puppen, deren Kauf ich nur unter stetem Tränenfluss ihrerseits endlich zustimmte,  schon recht bald deren blonden Mähnen zugunsten eines seeehr sportlichen Kurzhaarschnittes  mit Mamas Nagelschere den Garaus machte. Sie sah schon damals die Diskrepanz zwischen ihrem eher dünnerem und weniger superblondem Haar und dem der Barbies und wollte sich diesem Dilemma der offensichtlichen Unvergleichlichkeit nicht ausgesetzt wissen.  Schon in ihrem Kindergarten war mehr als offensichtlich, wer so aussieht wie eine Barbie hat mehr Chancen und das gilt es zu erreichen! Also haben diese kleinen blonden Plastikbiester von wohl mit dazu beigetragen, dass sich mittlerweile schon fast zwei Generationen Frauen an ihnen orientieren, sei es beim Atombusen über Traumtaille und endlos langen Keulen, die sich an einem knackigen Schinken harmonisch vereinen. SOOOO hat man auszusehen, wenn einem die (Männer-/Eber-)Welt zu Füssen liegen soll und man als Karrieresau oder IT-Girl seinen rosafarbenen Lebensweg sorglos plant…wer will das nicht? Wer möchte als Frau/Sau nicht auch von einem hübschen „Ken“ begehrt und begattet werden, der einem das „Barbie“-Traumhaus und den violetten PS- Flitzer genauso wie seinen Sixpack in der Schwarte selbstlos präsentiert?  Tja, früher oder später fügt man sich dann ´drein, auch wenn die typisch Münchner Verkehrsmeldung „dicker Stau am Mittleren Ring“ dann eher auf die Taille des Gatten zutrifft, was aber dennoch durchaus in Harmonie zu seinem schütteren Haupthaar und seiner Fielmann-Brille steht…Von den Kens dieser Welt träumt man dann nur noch, wenn man mit den Sauna-Schwestern wohlig gewärmt Donnerstag abends sich zu Wellness trifft und die bunten Hochglanzmagazine zwischen 2 Schwitzgängen durchblättert, die immer noch eine virtuelle Domäne der Barbies und Kens aus Mode oder Hollywood sind….
Uns Ebern geht es ja nicht anders…Nicht selten bekommt man im Laufe einer jahrzehntelangen Ehe für das gleiche Geld die doppelte Menge Frau /Sau …aber kommt es darauf denn wirklich an? Müssen wir alle uns denn von dem Diktat der Medien und den vermeintlichen Schönheitsidealen rückhaltlos versklaven lassen? Natürlich nicht, aber dazu gehört meines Erachtens und meiner Lebenserfahrung nach, dass man lernen muss Lieben zu können. Das ist leider nicht selbstverständlich, denn ein Partner oder eine Partnerin ist keine Haarspraydose die man wegwirft, wenn die Sprühstärke nachlässt um sich beim Jahrmarkt der Eitelkeiten eine neue zu holen. Wer liebt, sieht mit anderen Augen, sagt man.
Partnerbörsen und Single-Portals haben mittlerweile ein Angebot, das jeden Supermarkt meiner Ferkeljahre vor Neid erblassen lassen würde. Da ist doch für jeden /jede etwas dabei. Schön anonym zunächst, mit Rückgaberecht und Garantieleistungen, außerdem kann man jederzeit ein „Produkt“ aus dem Regal vor Erreichen der Kassen wieder straflos aus dem Warenkorb entsorgen und zurückstellen. So macht Shoppen doch Spaß, oder? Ich denke der Schlüssel liegt darin, dass viele gar nicht wissen, was sie wollen oder was sie sind oder sich ein „Bild ihrer selbst“ bauen, dass selten von Objektivität geprägt ist. Ich sehe außerdem den Weg von der Designernase zum Designerbaby nicht in allzu weiter Ferne. Schon heute wird ja der Idealeber bei den Samenbanken für künstliche Befruchtung bevorzugt. Prächtig in der Schwarte akademisch gebildet, hervorragende, genetische Eigenschaften, natürlich stubenrein aus Nichtraucherhaushalt und möglichst traumschifftauglich in der Erscheinung. Ja, so etwas findet man sich in einschlägigen Katalogen für Duplizierungen nach Maß.

Wohlgemerkt, ich verschließe mich nicht den Korrekturen, wo sie angemessen sind. Ich erinnere mich gut an diverse Mitschüler, denen eine rechtzeitige Korrektur der Segelohren schon damals ein Schicksal als „Aufsteiger bei starkem Rückenwind“ erspart hat, aber  Schönheitswahn und Jugendwahn über alles? Nicht mit mir. Unsere Gesellschaft altert im Durchschnitt. Schon jetzt werden die meisten Ställe barrierefrei umgebaut, aber das heißt ja nicht, dass wir nur noch von rentnerbeigen Geschwadern, die gerne zur Ferienzeit aus Reisebussen in touristisch attraktive Fußgängerzonen ausgeschwemmt werden, umgeben sein werden. Die Oma von heute trägt Mini und fährt Mini! Graue Schläfen und wohlbestallte, berufliche Erfolgsstories bei gleichzeitiger sonnengebräunter  Tennislehrererscheinung sind nicht mehr nur Attribute, auf die junge und gutaussehende Frauen mittlerer Bildungsabschlüsse stehen, die sich davon ein ebenso wohlbestalltes Leben als Statussymbol erhoffen. Nein, wir alle werden älter und werden von unser Gleichen umgeben. Wir sind sportlich, leben und essen körperbewusst, beherrschen Ayurveda und Spielen Golf auf Mallorca…..
Meine Mutter schaut auf fast 9 Jahrzehnte prallvolles leben zurück. Sie hat geliebt, gelebt und auch gelitten, war von Tod und Krieg umgeben und das Wirtschaftswunder mit getragen. Sie hat uns, Ihrer Familie und ihrem Stall, immer nur Liebe, Zuwendung, Verständnis und Lebensklugheit (mit-) gegeben. Dafür hat sie weder eine neue Nase noch Silikon gebraucht, um für uns schön zu sein...Ihr EvP

Dienstag, 17. Dezember 2013

Für brave Politiker unterm Weihnachtsbaum….ein Kabinett ! , ein Kabinett !….



Hochverehrte Leserschaft, 

man sagt, jeder bekommt letztendlich, was er oder sie verdient. So ungefähr äußert man sich ja bereits im Alten Testament und das gibt uns Schweinen auch die Hoffnung, dass es vielleicht auch für uns Schweine irgendwann einmal eine besseres Leben geben wird, aber solche traurigen Themen wie Viehtransporte, Massenschlachtungen, Hühner-KZs usw. sollen doch nicht die Beschaulichkeit und Besinnlichkeit sowie die kommerzielle Kaufkraft des bevorstehenden Weihnachtsfestes trüben.Wir, als eigentlich unser Land, bekommen nun pünktlich zu Weihnachten ein neues Kabinett untern Weihnachtsbaum gelegt. „GroKo“- Kabinett statt Kroko-Handtasche ist mir sowieso lieber, aber wir wollen doch einmal genau schauen, ob man uns nicht nur alte Gülle in neuen Röhren in den Stall gelegt hat. So richtig neu ist ja von den Damen und Herren aus CDU, SPD und CSU ja  niemand, eher von „gut gebraucht“ bis „Liebhaber-und Sammler- Oldtimer“, schließlich ist praktisch niemand unter Fünfzig dabei, was ja eigentlich auch okay ist, wenn man auf unsere alternde Population schaut. Da ist es ja nur recht (und billig?!) wenn man nicht mehr diese heranwachsenden Eber der Spaß-Partei FDP in Ämtern, Würden und Ställen finden muss.
So ein Pöstchen-Geschachere war ja von Anfang an zu erwarten, geht es doch selten um das Land, aber immer öfter um die eigene Positionierung, Wichtigkeit und dann später Versorgung. Da bemüht man denn gerne einmal eine Mitgliederbefragung mit imperativen Drohgebärden gegenüber Abweichlern um sich selbst zu legitimieren. Cleverer Schachzug von Herrn Gabriel, dessen erzengelhafter Name seinen Karrierewillen nur wenig zu beschönigen vermag. Zusammen mit dem neuen Kanzleramtsminister Altmaier das jeweilige Schwergewicht der beiden Koalitionspartner. Da muss sich Mutter Merkel aber ganz sehr anstrengen, wenn sie den Erzengel mit ihrem Würgegriff der lieblosen Koaltions-Ehepartnerin  auf Zeit von weiteren Ambitionen einer Kanzlerschaft in spätestens 4 Jahren abhalten will. Also, die Sau,….pardon, Frau…. von der Leyen als Verteidigungsministerin einzusetzen, finde ich schweinegeil. Geht es schief -  wie bei den meisten ihrer Vorgänger im Amt -  braucht sie keinen Würgegriff mehr von der Kanzlerin und geht es gut kann sie sich als „Prima-inter- Ferkel“  im Stall von Mutter Merkel etablieren…clever….( von der Kanzlerin!)…Aber wir wollen ihr nur das Beste wünschen, schließlich hat sie uns Schweine allein schon dadurch beeindruckt, dass sie eine erkleckliche Anzahl von eigenen Ferkeln im Stall geworfen hat und bei der Anzahl durchaus mit einer Prämierung des niedersächsischen Landsauenbundes hätte rechnen können. Beeindruckend!
Jetzt ist sie „Mutter der Kompanie“, wie manche Medien spötteln,  auch wenn sie  – wie der Preußenkönig  Eberich der Große sagen würde „ ..nich jedient, wegjetreten!“ – hat, aber dem Volk dienen und nicht den eigenen Karriereinteressen ist ja eh eine wesensfremde Tugend des PolitikerInnen-Herzens...Überhaupt, verehrte Leser, warum sollen denn – bitteschön! – Ministerinnen und Minister von Fachahnung ihres Ressorts beleckt sein? Ist das denn nötig? In der modernen Demokratie braucht es – wie es heißt – Generalisten und keine Fach- Stalliditioten. Wie sollten denn sonst noch mächtige Lobbys ihren Weg in parlamentarische Entscheidungsprozesse finden, wenn der Mann oder die Frau an der Hausspitze fachkompetent auf Augenhöhe erkennen würde welche Geldmengen ihre Entscheidungen für die nächsten Jahre vom Steuerzahler  fordern werden……Also so bitte nicht!Spezialisten und Fachleute in politischen Ämtern brauchen ja nur Krisenstaaten und Euro-Hungerleider, damit sie nicht noch mehr von unserem Ersparten verschwenden und teure Rettungsschirme über ihren Ställen brauchen. Wir leisten uns eben eine politische Führung, die nicht Meister ihres Faches, sondern in erster Linie Meister des Machterhalts und der Darstellung sind. Auch gut, Hauptsache man verfügt über ein Heer von fast Vierzig Stallsekretärinnen und Staatssekretären, die man  - wenn´s schief geht! - feuern oder sich hinter ihnen verstecken kann,  oder   - besser noch - mit als Ehemann in den wohlbestallten Vorruhestand nehmen kann wie die kindliche Ex-Ministerin Schröder……
Tja, liebe Leserin und lieber Leser, Sie werden vielleicht fragen warum ich das alles schreibe und Sie damit bei der vorweihnachtlichen Geschäftigkeit in prallvollen Fußgängerzonen,  Shopping-Centern und Einstimmung auf gemütliche Stunden im weihnachtlich geschmückten Stall belästige. Ich will keineswegs nur „meckern“ und missfällig grunzen, schließlich haben wir es ja doch geschafft in „nur“ 3 Monaten ein neues Kabinett – größer, schöner, teurer und leistungsfähiger denn je – unter den Weihnachtsbaum gelegt zu bekommen. Das ist doch bereits nach dem ganzen Hick-Hack zuvor ein Erfolg an sich, den wir doch nicht kleinreden sollen oder durch unnötige Fragen nach Kompetenz und Kosten kleinmütig schmälern wollen…….oder? Da freuen wir uns doch lieber auf schöne ruhige Festtage im Stall. Das werden die Familie von Frau von der Verteidigung und wir von Porcus vermutlich  gemeinsam haben…mit ganz vielen Ferkeln feiern, auch wenn wir keine Nanny, keine Au-Pair-Ferkel, keine Hausangestellten, keine Gärtner, keinen Musiklehrer und so weiter haben...Ihnen eine schöne Große Koalition wünscht hochachtungsvoll...Ihr EvP

Samstag, 30. November 2013

Koalitionen, Konfrontationen und Kollaborationen...


Wissen Sie, verehrte Leserin und verehrter Leser,  eigentlich noch, was Sie bei der Bundestagswahl 2013 gewählt haben? Ich meine nicht, dass es irgendeine Rolle spielen würde, aber es könnte ja sein, dass Sie noch zu denjenigen gehören, die glauben, dass mit  (s)einem Wahlkreuz  in einem Behälter, der eigentlich zur Aufnahme von Asche von Verstorbenen gedacht ist – so jedenfalls heißt er ja zumindest! – in diesem Land etwas zu ändern wäre oder man gar entscheiden könnte, ob man  eben rechts oder links herum in die Zukunft gehen sollte. Dennoch wollen wir alle in unseren gemütlichen Wohnzimmern und Ställen doch nun endlich einmal wissen, wie und mit wem es in den nächsten Jahren für unseren Staat weitergehen wird. 
Als Kind der Mengenlehre haben wir gelernt, alles in einfachen Farben und Formen zu verstehen. Wen interessieren schon Wahlprogramme, wenn es jetzt heißt, dass man entweder ROT-GRÜN-ROT oder SCHWARZ-ROT oder SCHWARZ-GRÜN oder  andere Möglichkeiten  im Farbspektrum plant. Nur die Farbe GELB hat sich nicht mehr durchgesetzt, also ist auch keine „Ampel“ mehr möglich und kein „Jamaica“, aber auch bei der Ampel ist ja das „Gelb“ schon immer das ungeliebte Kind zwischen zweier Partner gewesen und war auch schon immer nur für maximal Sekundenintervalle von wirklicher Bedeutung. Niemand  fühlt sich wohl  bei Gelb noch schnell durchzufahren, zu groß ist das Risiko dafür dann geblitzt zu werden, wenn clevere Stadtkämmerer  dafür sorgen, dass nach dem Grün der freien Fahrt das Gelb nur sehr kurz „gemacht“ ist, um dann den  Autofahrer mit saftigen Bußgeldern und Punkten zu „erziehen“ wenn er gar plötzlich Rot sieht… Ja, ja, wie immer ist es eine Frage des Geldes.
Also: - GELB ist megaout und in der Parteizentrale in Berlin der abgeliebten  „Spaß-Partei“ wird  sicher schon längst die Pöstchenschacherei um wohlversorgte Folgeexistenzen der Prota- und Antagonisten betrieben. Aber wie geht es denn nun weiter? Der mündige Wähler ob im bayrischen Schweinfurt oder in Rüsselsheim und in Eberswalde will doch nun endlich Klarheit darüber, wohin die Reise gehen soll. Jetzt laufen ja erst einmal die Verhandlungen zur Großen Koalition. Dazu mistet jeder seinen Stall aus und bringt höchste Forderungen ein, damit man zumindest mit kleinen Erfolgen hinterher die erboste Basis befriedigen kann. Also ich denke mal, so eine Große Koalition hat eigentlich kaum einer ( von der Basis!) gewollt, wissen wir doch alle längst, dass es nicht um das Wohl des Landes oder seiner Bewohner geht, sondern ausschließlich  darum, wer jetzt was bekommt, wer gehen muss oder bleiben darf und welche Zugeständnisse  und – vor allem ! – welche Posten und Ämter neu verteilt werden müssen. Da ist sie wieder, die Eitelkeit, die die meisten unserer Polit-Promis beseelt, nämlich dass ein Land ohne sie und ihre Ämterausübung  schlichtweg dem Untergang geweiht sei.
Wissen Sie, ich glaube tief im Inneren sind die meisten PolitikerInnen gleich gestrickt. Sie wissen sehr wohl um das Machbare und das Illusorische und liefern sich Scheingefechte um vermeintliche Wählergunst und Wahlversprechen, vielleicht auch Utopien. Sicher gibt es Ausnahmefälle, die zumindest am Anfang noch sehr beseelt von Idealismus in Ämter streben, aber der Machtmaschinerie und deren Verlockung erliegen sie früher oder später alle einmal. Bei uns Schweinen ist das ja nicht anders:- da will der bayrische Prachteber seine Vignetten für ausländische Benutzer der staatseigenen Güllepumpen durchsetzen und wieder andere fordern ein Mindestentgelt beim stundenweisen Suhlen in der Schlammgrube oder mehr Fita-Plätze für die Ferkel und, und und…..Naja, und die Rente mit 67 ist bei uns „Nutztieren“ ja eh´ kein Thema. Das Ableben einer zunehmend alternden Gesellschaft  gesetzlich regeln zu wollen ginge ja nur bei uns Schweinen über die Schlachthöfe und EU- Fleischquoten, für die Gesellschaft unseres menschlichen Mitbewerbers überlassen wir die Demographie dann doch lieber dem Homo sapiens sapiens und seiner sprichwörtlichen Kreativität, der ja – so sagt der lateinische Name – wesentlich intelligenter sei. ( …als zum Beispiel wir Schweine, sagt man)
Also warten wir jetzt alle auf den Weihnachtsmann und was uns Angela Ferkel, pardon: Merkel, mit einem neuen Kabinett unter den politischen Weihnachtsbaum im Stall legen wird.  Also, ich freue mich schon auf kommende Koalitionen, auch auf Konfrontationen und dann bestimmt auch auf Kollaborationen in unserer Regierung. Die Zeiten, in denen man die Wähler lapidar und eher abwertend  als „Wahlvolk“, bei dem man auf Stimmenfang ging, bezeichnete,  sind vorbei. Ich bin gespannt, wie man es uns hinterher „verkaufen“ wird, warum derjenige oder diejenige welchen Posten auch immer bekommen muss, natürlich zum Wohle unseres Landes...
Man sagt unter den Menschen gerne, dass man „Schwein sein“ muss, um in ihrer Gesellschaft Karriere zu machen, mag schon sein, aber weil ich Schwein bin, nehme ich von allen angebotenen Farbkombinationen am liebsten ROSAROT, denn in diesem zarten, wunderbaren Farbton leuchtet die Schwarte meiner holden und geliebten Sau am schönsten wenn wir abends  gemütlich vor der Glotze Huf in Huf sitzen und uns das menschliche Polittheater in Berlin bei einem Glas Chateau-Neuf-Du-Pig  ansehen.. Ihr / Euer EvP

Freitag, 12. Juli 2013

Sommerurlaub...


Hochverehrte Leserschaft,
die Universität Leipzig hat ja gerade Schlagzeilen damit gemacht, dass auf höchst  „rektorale (nicht rektale!) Anordnung“ hin alle Anreden und Anschreiben nur noch grundsätzlich in der weiblichen Form zu tätigen sind. Bitte sehen Sie mir nach, dass ich nicht jeden Schwachsinn mitmache, denn sonst würden Sie mir vielleicht lauter Schmäh-BriefInnen und –briefe schreiben, die zu beantworten ich weder Lust noch LaunInnen hätte. Aber eigentlich wollte ich mich zusammen mit Ihnen auf die nun langsam bevorstehende „Schönste Zeit des Jahres“, den Urlaub, einstimmen. Die Gewerkschaften haben schließlich lange dafür gekämpft, Urlaub für die Werktätigen überhaupt erst ins Bewusstsein der Arbeitgeber zu zwingen und so haben wir nun die tariflich zugesicherte Anzahl von Tagen und Wochen, die uns – bitteschön! - so erholen lassen sollen, dass unsere Arbeits- und Schaffenskraft auch erhalten bleiben möge. Seltsamerweise ist es weder bei uns Schweinen noch bei den Menschen wirklich angekommen, dass man sich eben in erster Linie auch erholen soll. Nein, Urlaub ist auch zunehmend Stress.

Kennen Sie es nicht auch aus dem eigenen Stall?  Kaum schiebt  Mutter Sau die letzen Bikinis und Tank-Tops vom vergangenen Mallorca-Urlaub in den Schonwaschgang (denn nur der Waschgang wäre ja schließlich Schuld, wenn sie im nächsten Jahre zu knapp auf der Schwarte säßen…) da steht schon wieder die Frage des nächsten all-inclusive. Sonnentankens in mediterranem Ambiente oder auf den Sauchellen im Raum.  Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub und so werden kaum zu widersprechende Argumente wie Frühbucherrabatte, bloß nicht auf letzte Minute ein Hotel, das hauptsächlich von Erlebnishungrigen mit Pass jenseits des Urals frequentiert wird, oder einfach nur „…wenn wir uns wieder so spät entscheiden gibt es von hier aus gar keine Flüge mehr und wir müssen bei meiner Schwester in Frankfurt vor Abflug übernachten“, ins Feld geführt.  Schwere Kaliber eben! Ich persönlich liebe es ja in endlosen Schlangen wartend an den Schaltern der Billigfluglinien zu stehen. Da kann man herrlich Tätowierungen, die unter neonfarbenen T-Shirts oder dreiviertel-langen Jeans herauslugen, studieren, jede Menge Metall, das durch den Körper dekorativ gestochen wird bewundern, oder man beobachtet XXL-Kids bei einem letzten, schnellen Cheeseburger mit Cola bevor sie durch die Sicherheitskontrolle müssen und der Burger bis dahin mindestens von der Hand in den Mund sein muss.  Da gibt es berufsjugendliche Früh-Pensionärspaare, die im rührend-dämlichen Dieter-Bohlen-Outfit darauf warten in den Flieger zu kommen um sich zum nunmehr 25. Male mit Gleichgesinnten am Ballermann zu vergnügen. Aber „ jeder nach seiner Fasson “, wie schon Eberich der Große liberal zu formulieren wusste.

Schwamm drüber, es ist schließlich Ferienzeit in Wohlstandsdeutschland. Koffer werden gepackt, Pässe herausgekramt und man freut sich auf die angepriesenen Hotels in den bunten Pauschalreisekatalogen, die man ja meistens schon buchen musste, wenn die Rüssel noch rotgefroren im Reisebüro zur Winterzeit tropften. Nun ist es auch an der Zeit, dass besorgte Familieneber ihre Kombis noch ´mal schnell bei dem Vertragswerkstall auf lange Autobahnfahrtauglichkeit überprüfen lassen. Kaum etwas schreckt den Kfz-technisch Unbedarften mehr als die Vorstellung, mit einem Auto voller ungeduldiger Ferkel, einer genervten Holden und jede Menge Gepäck vom Gummiboot bis zur Gasflasche, vom Fahrradträger bis zum Schlechtwettervorsorge – Spielekoffer, hilflos auf der Autobahn irgendwo zwischen Binz und Bozen oder Grunzenhausen in Niederbayern liegenzubleiben und mit lächerlicher Neonweste über den Borsten und Warndreieck auf die Gunst der Gelben Eber vom ADAC warten zu müssen. Als äußerst zweckmäßig sind die DVD- Spieler zu empfehlen,  die man an den Rückseiten der Kopfstützen anbringen kann und die die turnusmäßig wiederkehrende Frage „ …wann sind wir endlich da?“ auf ein Mindestmass reduzieren können. Stressresistent muss man schon sein, wenn man sich zur sommerlichen Ferienzeit mit dem Auto durch Baustellendeutschland staut. Diese kilometerlangen „Wir bauen für Sie…“ Kunstwerke mit schmalen, orangeroten Fahrbahnmarkierungen erinnern mich immer an Stillleben, nur selten gestört durch die Anwesenheit arbeitender Werktätiger. Dann gefolgt von Staus in Ulm, um Ulm und um Ulm herum, bevor wir uns alle wieder vor dem Brenner zu kurzweiligen Gesprächen in der Wartezone treffen. Schön, dass es alle vereint, ob Cayenne oder Käfer, ob Holländer mit Wohnwagen oder Cabrios mit italosüchtigen Kegelschwestern aus Rüsseldorf.

 Wissensdurstiger Ferntourismus war eigentlich nie unser Ding, lieber Calamari als Kalahari,  lieber Gelato am Touri-Strand als gekidnappt im Wüstensand. Ich bin und bleibe ja Bella Italia- Fan... „Pig Berlin“ macht es ja möglich, einmal zum „Stiefel“ und zurück für schlappe Hundert Euro plus Kerosinzuschlag…. Aber es ist doch immer wieder etwas Besonderes sich von der mediterranen Lebensweise begeistern zu lassen. Beim Espresso unter Palmen auf der Piazza mit vollem Pizza- oder Pastabauch wohlwollend die holde, eingeborene Weiblichkeit auf ihren 14 cm- Keulenverlängerungen vorbeistöckeln zu sehen, die dunklen Mähnen eberwirksam nach hinten werfend….Da vergisst man den eisgrauen Himmel der Lüneburger Weide im Januar oder einen verregneten Novembertag in der übersichtlichen Fußgängerzone von Schweinfurt…Die Italiener sehen alles viel gelassener auch wenn sie mit ihren Motorrollern jeden bundesdeutschen Verkehrspolizisten zum Herzinfarkt bringen würden oder mit ihren Fiats die Altstadt so zuparken, dass eine zumeist übergewichtige „Knöllchenhostess“ mitteldeutscher Ordnungsämter stark suizidgefährdet ihren Dienst quittieren müsste.

Auch wenn Urlaub immer mit Aufregung, Reisefieber und durchaus auch mal Stress verbunden sein kann, so sind es dennoch wertvolle Wochen des Ausspannens, die jedem gut tun, und die man nicht einer Eigenperzeption scheinbarer, beruflicher Unersetzbarkeit ständigen Kürzungen unterziehen sollte oder gar ausfallen lässt. Das sage ich mir immer wieder gerne, wenn ich pünktlich zu Urlaubsbeginn an der Zapfsäule die Preise steigen sehe oder zunächst mit dem Stau am Kamener Kreuz leben muss bevor ich mich dem Kreuz des Südens erholungssüchtig nähern darf oder auf dem Großflughafen von Mallorca ausgerechnet mit den Meiers von nebenan zufällig in der Pommesschlange bei Würger King anstehen muss. Aber egal….. wir freuen uns schon jetzt auf die Herbstferien…Ihr EvP



Montag, 21. Januar 2013

Das enge Beieinanderliegen von Sieg und Niederlage...



Hochverehrte Leserin und geneigter Leser, kennen Sie es auch, das Gefühl, dass eine Schwalbe keinen Sommer macht und das Ihr Wahlkreuz auf dem Stimmzettel soviel zu verändern mag wie die drei Kreuze eines Analphabeten auf der Unterschriftszeile der vorzeitigen Kündigung eines Handyvertrages? Tja, so mag es jetzt auch dem einen oder der anderen im Schweineland Niedersachsen gehen. Nicht nur der (Noch-) FDP Chef Rösler, sondern auch wir Vertreter der Spezies Borstenvieh haben dort schon immer eine große Lobby, wenn auch leider unter kaum vergleichbaren Rahmenbedingungen.

Ich habe mir zusammen mit meinen Lieben die Wahl in Neidersachsen aus gemütlicher Perspektive unter der Ferkelwärmelampe im Stall angeschaut und mich schon einmal auf eine lange Nacht der Entscheidung vor der Glotze vorbereitet. Es dauerte ja fast so lange wie eine Papstwahl und so blieb ich allein auf dem Stroh und lauschte den Interviewten beim Hochrechnen und Abrechnen, die ja allesamt nach eigener Darstellung Sieger seien, bis dann spät des Nachts die Entscheidung kam, wer nun als wirklicher Sieger aus dem Ring hervorgeht und entweder grüßend die Hand oder drohend die Faust gen Richtung Berlin zu schütteln gedenkt. Meine holde Sau wollte nicht solange warten bis ZDF und ARD ihre Hochrechnungen homogenisiert hatten, sie verwies nur lapidar auf den Fakt, dass es doch eigentlich egal sei, wer da nun mit knappster Mehrheit zu regieren versuche, noch haben es die Vegetarier nicht geschafft eine eigene Partei ins Rennen zu bringen, die hätten wir natürlich mit scharrenden Hufen unterstützt, aber ob nun Rot-Grün oder Schwarz-Gelb die Erblande der Skandal-Wulffs in eine glorreiche Zukunft zu führen im Stande sind, scheint wenig Trennschärfe aufzuweisen.

Es ist ja schon ziemlich bemerkenswert wie schnell man von ganz oben nach ganz unten fallen kann. Ist man jedoch erst einmal ein offenkundiger Verlierer, dann kommt jeder noch schnell vorbei um auch seine Lanze in das waidwunde Wild zu stechen, man wusste ja immer schon, dass an dem oder der etwas faul sei und freut sich vielleicht insgeheim, dass die Medien jetzt in dessen Keller nach Leichen suchen und damit die im eigenen Keller zunächst in Frieden ruhen lassen werden.  Das muss wohl eine ur-menschliche Eigenart sein, bei uns Schweinen ist das nicht verbreitet. Man sagt zwar, dass jeder Stall anders rieche, aber auch, dass man in erster Linie vor dem Eigenen zu kehren habe. Jetzt wird es also in Niedersachsen einen weiteren „Verlierer“ mehr geben, der vielleicht mit dem Verlassenen Wulff eine WG gründen könnte. Zwar bietet man dem Deutsch-Schotten sicher eine ehrenhafte und warme Oppositionsbank an, von Herrn Wulff hingegen nimmt ja kaum noch einer ein Stück Brot, aber er ist ja augenscheinlich auch nicht hungrig und nur noch die Hälfte seiner selbst, dünn wie ein Schatten und allein in seiner spießigen Vorstadtidylle, die er vielleicht selbst besser nie verlassen hätte.

Saint-Exupery sagte schon zeitlos vor vielen Jahrzehnten, dass das fatale der „kleinen“ Herkunft die lebenslang kleine Seele sei. (ihm selbst brachte diese Weisheit auch nicht viel Glück, wurde er doch als Pilot im Krieg über dem Mittelmeer abgeschossen und blieb verschollen). Aber wollen wir jetzt doch einmal optimistisch nach vorne schauen. In diesem Super-Wahljahr wird es noch viele Verlierer und Gewinner geben. Fässer ohne Boden wie der Flughafen in Berlin, der Bahnhof in Stuttgart oder die Elbphilharmonie in Hamburg müssen dem Wahlvolk noch vor der Bundestagswahl als Erfolge verkauft werden. Da ist man sich einhellig einig, ob nun Rot oder Grün oder Schwarz oder Gelb.  Sie mögen vielleicht sagen: „….na der hat gut Grunzen, soll er es doch besser machen!“ und ich will mich dieser Kritik nicht verschließen. Aus der menschlichen Historie sind uns „Kampfschweine“,  „Grabenschweine“, „Wildschweine“ und sogar „Trüffelschweine“ als Synonyme für Hartnäckigkeit und des `Dranbleibens bekannt. Wir Schweine geben niemals klein bei, lassen uns nicht in Koalitionen und Fraktionen verbiegen oder unsere Ideen „weichgespült“ verkaufen.  Deshalb ist die Politik auch nicht primär unsere Schlammkuhle. Da wäre auch nur noch wenig Platz, denn da suhlen sich ja bereits andere erfolgreich. Wir sitzen lieber im warmen Stall und schauen zu, wenn andere sich auf den politischen Bühnen zu Erfolgsebern oder Verliererschweinen machen. Politische Verlierer werden in der Regel „gut abgefunden“ und nicht wie unsere Spezies „gut abgehangen“
Im Gegensatz zu uns wartet selbst auf die nur die mediale Schlachtbank, aber das ist für viele scheinbar genauso schmerzhaft….mit besten Grunzen, ….äh…Grüßen
Ihr Eberhard von Porcus


Montag, 26. November 2012

Einfach Sehnsucht nach „Einfach so…..“



Ach, liebe Leserin und liebe Leser, ich wollte ja eigentlich einfach nur einmal mit Ihnen über die Einfachheit des Seins reden einfachen Lösungen für das Gemeinwohl selbst bei komplexen Herausforderungen Geneigte Leserin, geneigter Leser, kennen Sie es auch, dieses Gefühl, dass Vieles einfach einfacher sein könnte oder müsste?  Das sich einfache Lösungen erfolgreich hinter schwerfälligen Abläufen, Richtlinien, Gesetzen und oft auch hinter den wiehernden Schimmeln der Amtsstuben verstecken oder dort vielleicht bewusst ein Leben im Schatten und Abkehr vom Pragmatischen fristen müssen…..?

Oft höre ich von meiner holden Ange(s)auten, „ …lass´ uns doch einfach nur mal ….“ dieses oder jenes tun, also scheinbar eine Ausnahme zur üblichen Praxis, denn offensichtlich ist es heutzutage gar nicht mehr so einfach, irgendetwas einfach nur ´mal so zu tun oder zu lassen.Liegt das uns Deutschen eigentlich im Blute oder in der Schwarte, oder ist das nur eine unerfüllbare Sehnsucht nach dem verwunschenen Garten der simplen Lösungen, zu denen wir uns selbst mit Denken und Handeln im Wege stehen?

Versuchen Sie doch bitte einmal, einen Antrag zum Ausbau Ihres Stalles an die zuständigen Behörden zu stellen, ein Gutachten für den Neubau Ihres umweltfreundlichen Gülleabflusses zu erwirken oder einfach nur Ihre jährliche Steuererklärung ohne das jeweils beigefügte Handbüchlein mit den permanenten Änderungen des laufenden Jahres selbst zu erstellen. Schwierig, selbst für Absolventen höherer Bildungsinstitutionen.

Es führt uns in die Niederungen perfide formulierter, sinnverdrehender Fallstricke und schwer nachvollziehbarer Wortschöpfungen, die den Götzen, die hinter Hängeablagen und Leitz-Ordner-Schildwällen wider dem Staub lauern, auf Altären einer nur aus sich selbst heraus begründbaren Struktur von willigen Vestalinnen im Dienstgrad von Amtsinspektorinnen und staatsexaminierten Hohepriestern im Range von Oberregierungsräten .als Opfergaben geweiht sind…Ab und zu gibt es sogar den einen oder anderen Politiker, der auf dieses Glatteis zu begeben sich populistisch wagt(e). Gut erinnere mich an eine gewisse Guilda Westerschwarte, die die Steuererklärung auf einem Bierdeckel zu reduzieren versprach.
Na, da hatte man ja die Rechnung ohne den Homo Adminstrativus Germanicus, die konsequente, der Zivilisation geschuldete, anthropologische Weiterentwicklung des Homo Sapiens, gemacht.

Angefangen hat das Ganze mit Kaiser Maximilian im 15. Jahrhundert. Er führte im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation die „Kanzleisprache“  ein, damit alle offiziellen Vorgänge in einer elitären Art und Weise formuliert von ebensolchen Rechtskundigen verfasst, gelesen dokumentiert, archiviert und weitergeben werden konnten. So entstand das, was man heute die „Amtssprache“ nennt, die sich nicht scheut aus einem Baum ein „Großgrün“ zu machen oder die gute alte Uniform des Schaffners in der Bahn zur „Unternehmenszugehörigkeitsbekleidung“ stigmatisiert und unseren Wortschatz mit „Subsidiaritätsprinzip“ oder dem „Dienstbarkeitsdauernutzungsrecht“ erweitert.

Wir Schweine sind ja immer gut für einfache Lösungen, schließlich wollen wir in unserer Rolle als „Nutztiere“, in die uns unser Mitbewerber auf 2 Beinen kategorisiert hat, auch mit nutzbringenden Vorschlägen brillieren. Doch auch hier gibt es leider Tabus. Die meisten)Menschen wollen gerne menschlich sein und so wahrgenommen werden, jedenfalls nach Ende absolutistischer und menschenverachtender Herrschaftsstrukturen, aber dürfen wir Borstenträger einfach nur Schwein sein? Kaum, denn der Mensch hat diesen Begriff negativ belegt und uns damit diffamiert. Also einfach nur ist schon wieder schwierig wenn es um Schweinereien geht.
und merke doch, dass das gar so einfach ist. Bemühen wir uns doch zusammen einfach nur um einfache Lösungen.  Nur das Einfache habe – wie man sagt  - im Krieg und in der Liebe  Erfolg. Doch gibt es so viel andere Dinge unseres Lebens, in dem wir uns um Einfaches bemühen sollten. In der Schule einfache Weisheiten und Lehren weitergeben, in der Politik einfache Wahrheiten an- und aussprechen und sich mit engagieren.

Einfach und Einfalt sind nicht zu verwechseln, auch wenn das nicht jeder so erkennt und Einfaches gerne als weniger wertvoll abtut. Doch wer profitiert eigentlich davon, dass Vieles bewusst nicht einfach dargestellt wird?! Darüber – geneigte Leserschaft – sollten Sie sich beim nächsten Gang zur Wahlurne einfach nur´ mal Gedanken machen…Ihr Eberhard von Porcus


Donnerstag, 19. April 2012

Pubertät und andere evolutionäre Entwicklungen



Sind Sie, geneigte Leserin und geneigter Leser, neben Ihrer – natürlich – eigenen Pubertät auch von der Ihrer Kinder heimgesucht worden und sind Ihnen diese wilden Jahre im Wechselbad von Gefühlen, zugeschlagenen Türen, ersten Maskara-Versuchen und Clearasil noch präsent?
Ich kann Ihnen bestätigen, dass es da zwischen unserer Spezies weniger Unterschiede gibt, als man vielleicht denken mag. Uns hat man mit zwei Ferkeln gesegnet, die ältere geht natürlich als mittlerweile erwachsene Sau längst schon eigene Wege und teilt Schlammkuhle und Stroh mit ihrem Partnereber. Bibi-Blocksberg-CDs und Hello-Kitty-Schlafanzüge sind schon seit Jahren ausgemustert, was aber natürlich nicht heißt, dass man sich mit dem kleinen Bruder abends am Esstisch nicht doch noch gerne einmal ums letzte Fischstäbchen oder die Anzahl der größeren Erdbeeren im Nachtisch streitet…Aber unser Jüngster steuert geradewegs – mit offenen Augen und ebensolchen Poren – in die Pubertät.
Man ist ja gewohnt, dass Kinder und Ferkel sich phasenweise geradezu flammend für bestimmte Trends interessieren. Lokomotivführer oder Baggerfahrer will heute keiner mehr werden, Karl-May und sein Winnetou sind so tot wie die meisten der damaligen Film-Darsteller.
Schon sehr früh zieht man dagegen eine Blitzkarriere bei DSDS – „Deutschland sucht das Superschwein“ - oder eine mehr als fragwürdige Erfolgsspur als Popstar oder Glamoursternchen oder Model in Erwägung. Gott sei Dank zerplatzen diese Irrwege bei normalen Ferkeln irgendwann und nur noch ein paar rührend blöde und peinliche versuchen mit aufgespritzten Rüsseln und Silikonzitzen sowie erbärmlichen Singstimmvolumen dann weiterhin noch ihre berufliche Zukunft in Containern, Dschungelcamps oder in Castingställen zu suchen.


Aber es gibt ja auch durchaus noch „normale“ Tendenzen:
So kenne ich kaum Eltern von pubertären Jungebern, die im Laufe der Zeit nicht Fachleute dafür geworden, welche Dinosaurier es überhaupt auf Erden schon gegeben hat, ob sie Fleisch oder eher Müsli mochten, ob sie fraßen oder gefressen wurden. Der Urkontinent Pangäa ist zeitweise präsenter als das Urlaubsziel Mallorca, im Garten ausgegrabene Knöchelchen von längst verschiedenen Kleinnagern oder Brathähnchenresten werden fachmännisch auf ihren Versteinerungsgrad geprüft und ob es sich vielleicht nicht doch um einen Jahrhundertfund aus der Kreidezeit handeln könnte.Als stolzer Eberpapa muss man vielleicht erstmalig den Familienchampion-Stuhl zugunsten des allseits präsenten Tyrannosaurus-Rex räumen, selbst wenn man ihn zuvor schon erfolgreich gegen Fußballidole von Schalke oder Bayern verteidigen konnte…


Kennen Sie eigentlich „Star Wars“, oder besser: „Schweine im Weltraum“ ?
Wenn nicht, oder nur als Relikte der Filmindustrie der späten 70er und 80er Jahre, dann machen Sie schnell einen gewaltigen Bogen darum, wenn Sie pubertäre Jungeber im Stall haben. Sollte das schon zu spät sein und Sie täglich mit - jetzt sogar in 3 D- Filmtechnik vorgeführten - Jedi-Rittern und Sternenzerstörer-Raumschiffen zu tun haben, so seien Sie versichert, dass auch das irgendwann ad acta gelegt werden wird, spätestens wenn erste scheue Küsse auf dem Nachhauseweg von der Schule oder Kuhle getauscht werden und Sammelbild-Ordner und Lego-Modelle auf Regalbretter zum Verstauben verdammt werden und Mandys, Jennifers oder Nathalies weichen müssen, die ihre sorgsam geföhnten, blonden oder braunen Mähnen publikumswirksam an Schulbushaltestellen oder Pausenhöfen nach hinten werfen und in knallengen Jeans die Blicke der Justin-Bieber-frisierten Herren unter Fünfzehn mit Kapuzenpullis und Turnschuhen auf sich zu ziehen wissen.


Aber dennoch ist es ein wunderbares, buntes Stück Leben, das so sicher auf jede Familie zukommt wie das erste Kids-Menue von „McDonalds“, die erste Klassenfahrt oder der erste Flaum unterm Rüssel (jedenfalls bei den Jungebern…), der nach langer Anzucht und Fürsorge dann endlich Papas Rasierschaum und Klingen weichen muss. Aber auch die Weiblichkeit wird nicht geschont: Mamas Schminkutensilien werden gerne vor ersten eigenen Käufen der Jungsäue ausprobiert, die mütterliche Frisur oder das Outfit schon öfter ´mal kritischen Blicken unterzogen bevor man es erlauben könnte, dass man bei der Party oder aus der Disco von den Eltern abgeholt würde und dies nicht als „peinlich“ bewertet würde…Ich habe diese „Eltern-sind-manchmal-doof“ – Zeiten unserer Ferkel sehr genossen und empfehle es Ihnen ebenso. So schnell wie sie kommen, gehen sie auch wieder vorbei und müssen dann meistens viel zu früh dem Erwachsensein weichen. Manchmal tauscht man ja selbst gern Anzug und Krawatte, „kurzes Schwarzes“ oder Businesslook gegen T-Shirt oder Jeans ( …na ja, dann aber schon von Designern) und lässt die eigene Jugendzeit mit Schlaghosen, Langmähne und „für-das-Moped-Sparen“ genüsslich Revue passieren.


Auch wenn wir noch nicht den Stress verkürzter „G8“ Schuljahre kannten und auch noch nicht mehrere Hundert sms auf der nach oben offenen Handy-Skala in den Äther schicken konnten, erinnern wir uns gerne dieser Jahre, in der wir weder „Fisch noch Fleisch“ waren.
Ich „ziehe“ mir dann im Stall gerne lautstark die „Beach Pigs“ ´rein und nehme mir wohl zum Hundertsten Male vor, nächstes Frühjahr die Familienkutsche gegen ein altes Cabrio zum Selberschrauben einzutauschen…Selbst wenn es dann doch nur beim guten Vorsatz bleibt, so finde ich es wunderbar, dass wir alle eine doch sehr behütete Kinder- und Jugendzeit genießen durften. Eine Gunst, die der Generation meiner Eltern leider verwehrt war und die ich meinen Ferkeln von Herzen gönne. Mal sehen wie es wird, wenn die Enkelferkel die Dinos und Piggy Potter entdecken oder von „Star Wars - the next Generation“ träumen werden…Ihr Eberhard von Porcus

Freitag, 13. Januar 2012

Ämter, Amigos und Affären...



...wussten Sie, verehrte Leserinnen und Leser, dass Niedersachsen ein Schweine – Land ist?Ganz im Ernst: - von Vechta bis Varel, von Göttingen bis Gorleben, überall dort spielen wir im ländlichen Zusammensein mit unserem Mitbewerber Homo Sapiens Sapiens eine entscheidende Rolle. Ich muss zugeben, leider nicht immer eine, die wir Schweine auch mögen…In und um Hannover ist das nicht ganz so ausgeprägt, ist ja auch logisch: dort wird ja die Politik gemacht. Daran werden wir Schweine selten beteiligt und eigentlich möchte meines gleichen sich die Hufe damit auch gar nicht schmutzig machen. Dennoch: es kann und darf mir nicht egal sein, wie ein Schweine – Land wie Niedersachsen so dasteht. Im Augenblick gibt es ja viel Gegrunze, nicht zuletzt wegen einem unserer Landeskinder, Herrn Wulff.

In Bayern sagt man, wenn man seinen Unmut mundartlich ausdrücken möchte, „…mei, Herrschaftszeiten san´s!“ Da steckt viel Wahrheit ´drin, denn die Herrschaft hat sich wohl zu allen Zeiten Privilegien herausgenommen, sich über dem Recht stehend empfunden und nicht selten mit Berufung auf christliche Werte Wasser gepredigt und selbst Wein getrunken. Ob man nun von hochwohlgeborener Herkunft sein Handeln ableitet, oder ob man aus dem Volk gewählter Vertreter ist, was ich dann noch viel schlimmer finde. In Bayern ist man darin ja bereits erfahren. Die Franz-Josef-Strauß – Dynastie und die spätere Amigo – Affäre haben wir nicht vergessen. Aber dass es so etwas auch auf dem platten niedersächsischen Land und seinen hochdeutschredenden Politikern mit bisher blitzsauberer Weste gibt, hatte ich bisher nicht auf dem Schirm.

Wissen Sie, ´mal ganz ehrlich, vor ein paar Jahren stand ich auch vor der Frage, ob ich Kredite bei der Schweinfurter Bank aufnehmen sollte, um unseren Stall zu renovieren. Seit den Tagen des Ersten Weltkrieges hatte mein Großvater Saulus von Pig zu Porcus wenig in unsere Latifundien investiert. Auch sein Sohn, Schweinfried – Wilhelm, hatte zunächst mehr Interesse an rosa Keulen und dem Dolce Vita, als am Stall-Bauen. Kurz: auch ich stand vor der Frage, Geldmittel zu schweineteuren Zinsen aufzunehmen, oder vielleicht bei meinem Freund Saubert, der recht vermögend in Wildesauhausen lebt, Geld in aller Freundschaft zu leihen. Sagt man nicht bei Geld höre die Freundschaft auf? Naja, für unseren Herrn Wulff scheint das nicht zu gelten. Genauso verbringe ich meine Urlaube nur auf den Sauchellen oder in Saustralien, wenn es unsere Urlaubskasse zulässt und nicht, wenn mich ein befreundeter Saubärmann dazu einlädt. Das geht einfach nicht, wenn man ein hohes Amt in öffentlichen Ställen innehat.
Anders ist die Lage ja bei unserem Ex -Sonnenschein Karl Theodor zu Guttenberg. Der hat in seinem Stall ja nie Mangel gelitten und war damit gegenüber den Anbiederungen „väterlicher Freunde“ nie empfänglich. Der kommt aus gutem Stall, konnte sich alles kaufen (lassen) und reagiert nun wie ein trotziges Ferkel, weil keiner in der Schlammkuhle mehr mit ihm spielen will. Ja, auch so ein Comeback will wohl überlegt sein. Da nützt es nichts mit mehr Gelatine im Haar und weniger Brille auf der Nase und mit einer ganz still gehaltenen Stefanie daher zu kommen. Jetzt hat ihn halt die Schlammkuhle „Europa“ aufgenommen. Eigentlich heißt es ja in der Politik „hast du einen Opa, schick ihn nach Europa!“. Aber dafür ist unser Ex – Kronprinz ja noch ein bisschen jung.

Geneigte Leserschaft, es gäbe noch genug, über das man trefflich diskutieren könnte in diesem Zusammenhang. Ich möchte nicht falsch verstanden werden:-wir brauchen keine Heiligen (mehr) in der Politik, sondern Menschen und Schweine wie dich und mich. Längst sind die Affären und Affärchen um unsere politische Elite in der Presse besser auszuschlachten als ihre etwaigen politischen Visionen oder strategisches, entschlossenes Denken und Handeln für unser Land oder gar eine bessere Welt. Trotzdem gibt es so etwas wie Anstand, Ehre, und Gewissen. Unser Problem ist aber, dass Menschen und/oder Schweine, die sich zu diesen Werten bekennen, selten in politische Ämter streben. Ich weiß nicht, wie es ihnen geht, aber für mich ist der Begriff „Berufspolitiker“ zunehmend negativ belegt. Wer sich sein Leben lang im medial bewachten und äußerst gefährlichen Haifischbecken der Politik um sein persönliches Fortkommen mit möglichst blütenweißer Weste bemühen muss, läuft schnell Gefahr, sich von Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, und Pflichterfüllung für die Sache zu entfernen.

Ich wünsche Ihnen für das Jahr 2012 nur das Beste und dass Sie mit weniger Affären um Ämter und Amigos belästigt werden mögen. Mit vorzüglicher Hochachtung bin ich Ihr Eberhard von Porcus ... der für die Renovierung seines Schweinestalles, den Kauf eines neuen schadstoffarmen Gülleabflusses und neuer C02 – ausstoßfreier, Infrarot-Wärmelampen einen stinknormalen Bankkredit zu stallüblichen Konditionen aufnehmen musste!

...ursprünglich gepostet am 5. Januar 2012 auf needfulfriends/blogspot...

Alle Jahre wieder...



...schon seit ein paar Wochen haben Lebkuchen, Baumbehang und Glühwein die Lufthoheit über Supermarktregale erobert…jetzt geht es unaufhaltsam in die „gemütliche und beschauliche Jahreszeit“ über, so sagt man. Im alpenländischen Bereich nennt man es die „staade ( = stille) Zeit“ was auf winterliche Ruhe und Abkehr noch von herbstlichen Ernteaktivitäten dazumal zeugt. Dankbar war man, endlich Ruhe zu haben und sich um sich und die Familie kümmern zu können, ohne an Hunger und Not und Arbeit denken zu müssen…war man ja in der Regel in den Bergen eh eingeschneit. Ich habe auch vor, es mir und den meinen im Stall gemütlich zu machen. Küche und (Wein) Keller sind voll, die Ferkel freuen sich auf den ersten Schnee und rosa Nasen haben sie auch ohne frostige Tage sowieso das ganze Jahr. Irgendwie ist die winterliche Zeit des anstehenden Jahreswechsels auch immer für mich eine Zeit, an Familie und den inneren Zusammenhalt der selbigen zu denken. Zu oft kommt das im Jahr zu kurz…Termine jagen sich gegenseitig im Schweinsgalopp, das Funktionieren aller im Stall wird vorausgesetzt, hier und da mal schnell ein Lob an die Ferkel für eine gute Schulnote oder ein Tadel, wenn man aus der Disco zu spät ins Stroh gekommen oder heimlich noch in der Glotze „Pig Brother“ oder „Schweinfurt sucht die Supersau“ bis ultimo geschaut hat. Ab und zu ein schnelles Wort der Anerkennung für die haussaulichen Fähigkeiten der besseren (Schweine-)Hälfte und ihr stillschweigend vorausgesetztes Vermögen, den Stall wie ein funktionierendes Unternehmen klaglos am Laufen zu halten.
Nein, geneigter Leser und verehrte Leserin, das ist nicht genug. Familie ist ein lebendiges Wesen, dass - ähnlich wie der Basilikum auf meiner Küchenfensterbank - Pflege und Liebe und manchmal auch Anerkennung braucht. Ich habe mir vorgenommen, zu diesem Weihnachten alle Familienmitglieder um uns herum im Stall zu versammeln. Zu viele davon haben sich in ihrem jeweiligen Leben (alleine) eingerichtet und meinen, den familiären Zusammenhalt gar nicht zu vermissen. 
So freue ich mich auf den Besuch meines Vetters Serrano di Prosciutto, der sonst in seinen urbanen Jagdrevieren keinen Schinken unbeobachtet an sich und seinem mediterran-heißblütigen Blick vorflanieren lassen kann und auch auf die stets promiskure Cousine Paris Pigton aus Poekeltown, USA, die sonst ihre Weihnachtsfeste mit strammen Ebern mit 3-Tage-Borsten und Sixpack in den Schwarten in sündigen Nobelkoben in der Nähe der Pigalle oder auf Kreuzfahrtställen zu verbringen bevorzugt.Alle wollen sie kommen, sogar Vetter Plagiatus von Schummel zu Spick, der die juristische Fakultät der Universität in Bayreuth anführt und der berühmte Gourmetkoch Cochon de Grass, der als Trüffelschwein in Frankreich Karriere gemacht hat. Bunt wird´s und schön wird´s im Stall dieses Jahr. Wie ich das geschafft habe, die alle unter einen Hut zu bekommen mögen Sie fragen? …War gar nicht so schwer. Der Schlüssel war der Stall. Die Christenheit hat in einem Stall zu Bethlehem begonnen. Dort wurde der Erlöser geboren. Auch heute – 2000 Jahre später - ist eine zugige und schlechte Behausung, vielleicht in einem Camp voller Bürgerkriegsflüchtlinge irgendwo auf dieser Welt, leider immer noch die erste Lebenserfahrung vieler Neugeborener. Auch an sie wollen wir denken, wenn wir uns unter der Wärmelampe im Stall zusammenfinden werden und dankbar und bescheiden sein, dass es uns auch ohne unser Zutun so viel besser geht. Auch wenn wir Schweine selten einen Platz als holzgeschnitzte Komparsen in den Krippen finden und vor Eseln, Lämmern oder bestenfalls noch Kühen zurückstehen müssen, so waren wir doch immer dabei, so oder so. Das ist ein gutes Gefühl, dass man nicht nur zur Weihnachtszeit alle Jahre wieder haben sollte….Euer Eberhard von Porcus
...ursprünglich gepostet im Dezember 2011 auf needfulfriends/blogspot...


Quo Vadis Bundeswehr?....oder Strightkräfte Light...


Wenn man zum alteingesessenen Blaublut gehört, dann hat man nicht uninteressiert daran zu sein, was die Streitkräfte der (preußischen)Heimat tun oder lassen und wie man mit ihnen umgeht. Früher wurden wir von Porcus – wie alle Adligen, die sich dem konventionellen Broterwerb zu entziehen suchten – Offiziere in Königs und Kaisers oder zumindest Vaterlands Diensten, die weniger maskulinen Eber wurden gerne auch Kleriker und die Erstgeworfenen erbten den Stall. Punktum...schön und einfach war´s früher. Aber eine Affinität zum Militär hat man eben immer, wenn man sich in Deutschen Landen zur gehobenen Bourgeoisie bekannte und bekennt. Reserveoffizierschwein ist da das Mindeste, was man als Mitbewerberkiller für Pöstchen im Öffentlichen Dienst oder Auswärtigem Amt mit Blauem Blut im Kotelett einzubringen hat. Selbst unsere englische Nebenlinie derer von Pig and Porcus of Pigton upon Avon hat eine Menge Heldenschweine im King´s Own Wild Boar Regiment hervorgebracht.


Im Ersten Weltkrieg nannte man die besonders erfolgreichen Infanteristen „Grabenschweine“, auch wenn man sie alle zusammen, Freund oder Feind, damals eher als äußerst arme Schweine bezeichnen sollte, erfüllt mich Tapferkeit und der Wille für Dinge entschlossen zu kämpfen, mit Respekt. Kurz: Auch heute kann man nicht so einfach an den deutschen Streitkräften „herumdoktern“, ohne dass es von aufgeklärten Staatsbürgern mit oder ohne Rüssel und Borsten wahrgenommen und kommentiert wird. Seitdem es keine große Gefahr eines Thermonuklearen Konflikts zwischen Ost und West mehr gibt, wurde die Bundeswehr immer wieder transformiert, reformiert und reduziert. Von der Armee der Einheit bis zum Hindukusch ging es fast im Schweinsgalopp zu immer neuen Strukturen und Aufträgen und Fähigkeitsprofilen wie es im Fachjargon heißt. Wenigstens blieb den verunsicherten Soldatinnen und Soldaten immer ihr uraltes und oft nutzungsverlängertes Gerät und Ausrüstung erhalten. Herrlich nostalgisch aus einem Hubschrauber mit einem 20 Jahre alten Fallschirm zu springen, der schon den Wehrpflichtigen Großvater in einer Luftlandeeinheit mit dem gleichen Modell Schirm auf dem Rücken abgesetzt hat…Das Essgeschirr hat sich seit den „Grabenschweinen“ von Verdun auch nicht verändert. Scheint eben zeitlos gut zu sein. Na ja, jetzt entsteht „eine neue Lage“ durch umfangreiche Standortschließungen.


Der Resetknopf wurde gedrückt, um deutsche Streitkräfte (besser?) für ihre heutigen, zeitgemäßen Aufträge zu streamlinen. Weniger, besser, leichter ( sollte auch für den einzelnen Soldaten gelten) effizienter, interkulturell kompetent und vor allem billiger, dabei abgrundtief demokratisch verwurzelt, die Innere Führung schon mit der Muttermilch im Portepée und für die Masse mit einer Besoldungsgruppe als Endstufe, für die ein Polizist nicht ´mal in der Ausbildungsphase morgens aufstehen würde. Klaglos dabei und stets versetzbar soll er / sie sein, flexibel, dankbar schon für Kleinigkeiten und – bitteschön – nicht zu kritisch in der medialen Artikulation von eigenen Interessen. Eben Gehorchen statt Fragen, Hinnehmen statt Herziehen, Robust statt Rotunde. Was soll denn da das Gemeckere der betroffenen Großverdiener im Mittleren Dienst, wenn man die Standorte schließt, jedenfalls die, die keine politische Lobby bei der augenblicklichen Bundesregierung geltend machen können? Abstellen, bitte und zurück ins Glied! Der Osten und seine arbeitsmarktliche Depression wird schon genügend Bewerber auch ohne das lästige Gezerre um die Wehrpflicht bringen. Den nicht mehr in die Einsätze zu schickenden Älteren bietet man zunächst mit vermeintlichem Zuckerbrot vorzeitige Zurruhesetzung an (…aber bitte nicht zu attraktiv, sonst gehen auch die Guten!), Karriere und Aufstieg ist ja doch nicht mehr, man muss schließlich alle die unterbringen, die schon weiter oben sind und ihre Tageszeitung lieber umsonst im Casino lesen als sie sich als Früh-Pensionär selbst am Kiosk kaufen zu müssen. Was soll man auch im heimischen Stall, wenn die Fr(S)au ja ohnehin noch berufstätig sein muss, um die Ferkel studieren zu lassen. Aber die Bundeswehrstrukturreform an sich ist schon ein großer Wurf, oder? Zu Guttenberg hat ihn weiland nicht durchsetzen können (oder wollen) aber Kanzlerins Musterschüler kann das schon.


Ich werde mir das von meinem gemütlichen Stall aus weiter anschauen. Schließlich haben wir von Porcus immer gut und gerne gedient. Ob und mit wie viel Soldaten wir am Hindukusch bleiben oder ob wir in Libyen kusch(t)en, ich werde es kritisch beäugen. Schließlich war ich ja auch einmal Staatsbürger(schwein) in Uniform, Jawoll...Euer Eberhard von Porcus


...ursprünglich gepostet am 27. Oktober 2011 auf needfulfriends/blogspot...

Die Welt, der Mensch und die Nullen...


...In den nächsten Tagen wird er oder sie geboren werden. Das siebenmilliardste Menschenskind. Was für ein Erbe gleich mit neun Nullen hinter der Sieben sein Dasein zu beginnen. Dabei sind mehr als Fünfzig Prozent der Menschen unter 25 Jahre alt, auch wenn man das in unserem Einkaufscenter, an der Bushaltestelle oder im Herbst auf Mallorca so gar nicht glauben möchte. Aber wir müssen eben lernen zu akzeptieren, nicht (mehr) der Nabel der Welt zu sein. Vermutlich wird das neue Menschlein in der sogenannten Dritten Welt, die wir in der Ersten Welt am liebsten auf einem anderen Planeten ansiedeln möchten, geboren werden und nicht in unserem zunehmend von wohlgesättigten, rentnerbeigen Farbtönen und Kaffeefahrten geprägtem Pensionärseuropa. Er oder sie wird nichts wissen vom Eurorettungsschirm, für den Zahlen wie Sieben Milliarden unbedeutende „Peanuts“ sind. Mit dem Begriff eines „Finanzhebels“ wird man in dieser Welt nichts anzufangen wissen, der Hebel für einen neuen Pumpschwengel für sauberes Wasser im Dorf wäre wohl schon Errungenschaft genug. Aber auch wir haben hier unsere Probleme und Problemchen, nicht erst seit der Eurokrise, die man äußerlich jetzt aber – bitteschön – in den Griff bekommen muss bevor man in die Bundestagswahlen geht. Jetzt werden auch noch die Streitkräfte reduziert, - pardon - , reformiert und transformiert. Man jammert um die Wirtschaftskraft die regional bei Standortschließungen verloren ginge, um die Soldatinnen und Soldaten an sich, deren Risiken im Einsatz usw., kümmert man sich nach wie vor wenig. Geld regiert eben die Welt der Menschen.

Die Null, so unbedeutend sie als Zahlenwert auch erscheinen mag, ist die Zauberin, die aus Tausenden Millionen oder Milliarden machen kann. Banken wissen das längst und setzen sie scham- und rücksichtslos für ihre Spekulationsgeschäfte und „Immobilienblasen“ ein, die Zeche der immer abstrakteren Summen zahlt beim Schiefgehen sowieso der ebenfalls abstrakte Steuerzahler. Bei der Staatsverschuldung des Big Brothers USA ist man ja bereits bei Billionen – also mindestens Zwölf Nullen plus - angekommen. Mein Gott, was jammert da der Bund der Steuerzahler über ein paar mehr durch Politikerhände verschwendete Steuermilliönchen oder die vollkommen angebrachten, so regelmäßig wie der Monsun im Dorf unseres Neuankömmlings zu erwartenden Diätenerhöhungen bei Bundes- , Landes- und Europaparlamentariern? Da fehlt doch den Meckerern der Sinn fürs Globale. Hier muss man einfach mitmachen wenn man im Rennen bleiben will. Das vereinte Europa und den Euro wollten wir doch schließlich alle, oder etwa nicht? Mensch, was bin ich froh (nur) ein Schwein zu sein. Auch meine Artgenossen werden selten älter als 25 Jahre alt, aber zu Finanzmoguln oder wiederwahlgeilen Politikerinnen und Politikern mutieren sie selten. Das habe sie mit dem siebenmilliarden-Menschlein gemeinsam. Dennoch rufe ich ihm oder ihr ein herzliches Willkommen auf diesem (noch) blauen Planeten zu. Er oder sie wird den Kohl der Überbevölkerung auch nicht mehr fetter machen. Ein Stall braucht Ferkel, die Welt braucht junge Menschen. Vielleicht schafft er oder sie, was bereits Michael Jackson sang, wenn er die Kinder aufforderte eine bessere Welt aus dieser augenblicklichen zu machen.Die von Porcus mit allen Haupt- und Nebenlinien würden sich dem nicht entgegenstellen. Zwar gibt es auch bei uns genug „Nullen“ in der Familie, aber die sind eben – wie gesagt – selten in staatstragenden Ämtern…Euer Eberhard von Porcus


...ursprünglich gepostet am 27. Oktober 2011 auf needfulfriends/blogspot...

...zehn Jahre danach...


Wissen Sie, verehrter Leser und verehrte Leserin, wir Schweine haben ja eine lange Tradition im Kopfschütteln entwickelt wenn wir auf die Evolution unseres globalen Mitbewerbers, des Homo Sapiens Sapiens, oder kurz: des „gemeinen Mitmenschens“ blicken. Kaum etwas, was er sich nicht gegenseitig schon angetan hat nachdem er seine Borsten, pardon:- sein Fell, abgeworfen hat, von den Bäumen in die Savanne stieg und sich von den wesentlich gelasseneren Verwandten, den Affen abgezweigt hat. So ist auch „NineEleven“, wie die wohlgenährten US.-Fastfood-Vettern jenseits des großen Teichs sagen, ein gutes, besser schlechtes, Beispiel dafür. Ich erinnere mich noch wie gestern als damals vor fast genau 10 Jahren die unglaublichen Fernsehbilder der zusammenstürzenden Twin-Towers live in die Wohnungen und Ställe übertragen wurde. Fassungslos und stumm saßen wir im Stroh vor dem Bildschirm unter dem Schein der Ferkelwärmelampe und konnten, ja wollten es fast nicht verstehen. Mein Cousin dritten Grades aus der Hugenottenstammlinie unserer Familie, Heinz-Ebäähr de Koschon-Krass weilte damals mit seiner Gemahlin Rosa von Saunheim und den drei gemeinsamen Ferkeln bei uns zu Gast im Stall. Schnell waren wir uns einig, dass sich nun Vieles auf der Welt verändern würde, wenn man das Mutterland von Rib-Eye und Hot-Dogs so attackiert. Es würde zu einer Art Wildschweinhatz nach den Tätern führen und die würde Dimensionen annehmen, die wir uns kaum vorzustellen wagten. Es hat uns dann ja auch ein Jahrzehnt der Kriege und des Hasses danach eingebracht. Sinnlose Rachefeldzüge, Billionen an Steuergeldern und unsägliches Elend für die darin umgekommenen, armen Schweine und ihre Familien, sei es als unbeteilgtes Opfer, sei es als vermeintlicher Täter oder einfach nur als Soldat in der Pflicht.

Wir Schweine haben uns schon oft gefragt, warum so viel Hass unter den Menschen herrscht. Sie haben doch alle Ressourcen unserer gemeinsamen Mutter Erde sich allein untertan gemacht. Sehen sich als Krone der Schöpfung und Gottes Eberbild, pardon Ebenbild, und dennoch trachten sie sich voller Eifer gegenseitig nach dem Leben. Und begründen dass sogar noch mit der Berufung auf ihren Gott oder ihre Götter, ganz ohne an Schinken, Steaks oder Kotelett des anderen interessiert zu sein. Für uns Borstenträger eine ganz andere, völlig sinnlose Qualität des sich gegenseitig Verbrauchens. Nein, nein, geneigter Leser und geneigte Leserin, ich hebe nicht die moralische Pfote des „Gutschweins“, kann aber auch nicht verhehlen, dass ich einmal mehr froh bin Schwein zu sein und keinen Reisepass, Kaffeemaschine und Lockenwickler, Bahncard oder Kindersitz zum Leben benötige. Ich würde so gerne feststellen, dass wir heute, zehn Jahre nach NineEleven, eine schöne, neue Welt haben und die vielen Opfer seitdem nicht sinnlos auf den Altaren politischer Notwendigkeiten, Bündnistreue und weltanschaulicher Vernarrtheit geopfert wurden. Es reicht ja schon, dass meine Spezies auch weiterhin ihrem Schicksal entgegengefüttert wird, um in Hälften zerteilt und an Ketten gehangen dem (leiblichen) Wohle des Menschen zu dienen.Wir Schweine wussten schon immer, dass ein Leben in Gesundheit und in Frieden ein hohes, ja das höchste Gut ist, nach dem es sich lohnt zu streben. Vielleicht gerade deshalb, weil es 99% der Schweine nicht vergönnt ist und wohl auch niemals vergönnt sein wird.

Aber die Lehre ist, dass der Mensch daraus nicht zu lernen befähigt ist. Es wird neue NineEleven geben, so wie Oslo und wo auch noch immer. Die Zivilisation, der Wohlstand, die Fähigkeit des Menschen abstrakt zu Denken und zu Handeln hat ihn vom Raubtier im Pelzkleid zum Schreibtischtäter in Nadelstreifen werden lassen. Sonst ist er aber alles geblieben, was er immer wahr und sein wird. Mein tierischer Freund Lupus von Wolf zu Heulstein sagt immer : „Der Mensch ist und bleibt des Menschen schlimmster Feind“. Darüber denke ich oft nach, wenn ich mir einen guten, blutroten Chateau Neuf du Pig einschenke und an NineEleven denke...Euer Eberhard von Porcus


...ursprünglich gepostet am 13. September 2011 auf needfulfriends/blogspot...

...über Erdbeben, Tsunamis, Knut´s Tod und andere welterschütternde Katastrophen...


...also, es ist schon ein ständiger Ärger mit dieser Natur! Wieso hält sie sich eigentlich nicht an das, was die Krönung der Schöpfung von ihr erwartet?! Mit kostenintensiven Risikoberechnungen und Wahrscheinlichkeitsparametern hatte der Mensch also festgelegt, dass es ein solches Erdbeben, erstens, (wahrscheinlich) gar nicht geben dürfte, zweitens, es frühestens in 10-20 Millionen Jahren statistisch Japan vom Erdboden fegen könnte und drittens, wenn es unwahrscheinlicherweise doch früher käme, es die Atomkraftwerke (wahrscheinlich) nicht zerstören würde und darum, viertens, so eine richtig gute, erdbebensichere Bauweise derselben (wahrscheinlich) auch gar nicht nötig sei, von einer ständigen Wartung ganz abgesehen…..und nun das! Was bildet sich diese Natur eigentlich ein!? Aber, Gott sei Dank, sind diese spe(c)ktakulären Ereignisse ja 8000km von unseren warmen Ställen entfernt und man kann sich die Katastrophe bequem am Flatscreen anschauen. Doch wenn ich mit meiner S(Fr)au, Rosa von Porcus, geborene von Schweinheim zu Eberstadt und den Ferkeln kuschele, dann denken wir oft an die vielen Menschen und auch Tiere in Japan, die Familie, Heim und Existenz verloren haben und freuen uns ehrlich daran, dass wir alle rund, gesund und zufrieden sein dürfen. Was ist das nur für eine Welt! Erst zu Guttenberg, dann Japan und dann stirbt auch noch Knut der Eisbär! Wie – bitteschön - kann man sich da in Ruhe auf die Vorabendserien, Rosamunde Pilcher, Gerichtssendungen oder den Wahlkampf in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt freuen! Hätte dieses Erdbeben vielleicht nicht besser ins parlamentarische Sommerloch gepasst? Jetzt kann man es so gar nicht recht ausbeuten um schon immer Gesagtes und Gefordertes mit Nachdruck wieder aufs Tablett zu bringen. Hat man nicht schon immer vor Atomkraft gewarnt? Ewige Bedenkenträger, grüne Mahner und andere Opportunisten wittern jetzt Morgenluft. Die Mineralölkonzerne heben schon ´mal vorsorglich die Kraftstoffpreise an und wem das alles zu langweilig ist, der kann ja verfolgen, wie die Koalition der Willigen jetzt den größenwahnsinnigen Ghaddafi zerbombt. Huch, da sind wir Deutschen ja gar nicht dabei? – Wie denn das?


Ich habe ja dazumal in der britischen Armee als kosmopolitisch aufgewachsenes Frontschwein gedient. Mit den „King´s Own Wild Boars“ habe ich an manchem Spe(c)ktakel mitgewirkt. Aber Deutschland kämpft nun nicht mit um Ruhm, Ehre und Öl? Einfache Antwort:- Wir können es uns mit unserer heillos unterfinanzierten Bundeswehr ja auch gar nicht leisten. Afghanistan fordert unsere Streitkräfte schon bis zum Letzten, die versprochene Beschaffung von modernen Transportflugzeugen und Hubschraubern aus deutschen Landen können sich nur die Nachbarn, wir selbst aber nicht, leisten und wer will schon noch mehr tote deutsche Soldatinnen und Soldaten dem Wahlvolk verkaufen...nein, nein, da muss man es mit der Schicksalsergebenheit der Japaner sehen:- Warum einen 3-tägigen-Europatrip absagen, warum nicht mehr mit Trachtenhütchen am Oktoberfest auftauchen, denn es ändert ja auch nichts mehr an der Katastrophe. Als Schwein habe ich und meine Rasse ja schon schnell erkennen müssen, dass nichts so kurzlebig ist wie das Interesse des Menschen an Neuigkeiten. Nur schlecht und aufregend müssen sie sein, dann ist es gut für Boulevardblätter und Nachrichtensendungen privater Rundfunkanstalten. Gibt es Gammelfleischskandale dann wird unsereiner eben gekeult, geht die Welt in Japan unter, dann fährt man da - erst einmal – eben nicht mehr im Urlaub hin.Was muss eigentlich noch passieren, bevor sich die Krone der Schöpfung in mehr Bescheidenheit übt. Unsere heile Welt ist ja nicht in Gefahr. Wir kennen Katastrophen bestenfalls aus Computerspielen, dann zu Weihnachten packt uns das schlechte Gewissen und wir spenden fleißig für Betroffnene arme Schweine, je weiter sie von uns entfernt leiden, um so besser.Aber in der Natur ist nichts von Bestand. Alles wird früher oder später von der Evolution hinterfragt und günstigenfalls nur modifiziert. Alles andere hat sich darauf einzustellen, dass Modelle, die den Konzern schädigen oder Ladenhüter zu werden drohen, wieder vom Antlitz der Erde vertilgt werden. Das haben die Dinos auch schon schmerzlich erfahren müssen.Das ist auch gut so, denn sonst hätten wir Schweine ja nie die Chance, vielleicht auch einmal die Welt von der anderen Seite der Fleischtheke im Kaufmannsladen sehen zu können.Bon Appetit et bientot après...Euer Eberhard von Porcus


...ursprünglich gepostet am 24. März 2011 auf needfulfriends/blogspot...